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Gemeinde Grefrath
Zum "Abfliegen" gab's einen Scheck

Gemeinde Grefrath: Zum "Abfliegen" gab's einen Scheck
Über den Scheck, den Stefan Klett (3. v. l.) mitgebracht hatte, freuten sich neben den Flugschülern auch Conrad Gerte (links) und LSV-Geschäftsführer Torsten Beyer (5. v. l.). FOTO: Wolfgang Kaiser
Gemeinde Grefrath. Der Luftsportverein Grenzland hat seine Saison beendet. Im Rahmen einer kleinen Feier übergab Stefan Klett vom Landessportbund einen Scheck über 2500 Euro zur Förderung der Nachwuchsarbeit. Von Willi Schöfer

Gerade ist beim Luftsportverein (LSV) Grenzland die Segelflugsaison zu Ende gegangen, jetzt geht es mit dem theoretischen Unterricht und mit der Wartung der Maschinen und Anlagen weiter. Am Tag des jährlichen "Abfliegens" kam auch der Vize-Präsident des Landessportbundes, Stefan Klett, ins Vereinsheim und brachte für die Nachwuchsförderung einen Scheck in Höhe von 2500 Euro mit.

"Wir vom Landessportbund wollten mehr für unsere Mitgliedsvereine tun", erklärte Klett, der mit seiner Ehefrau Anja aus Wipperfürth angereist kam und außerdem Präsident des nordrhein-westfälischen Aero-Clubs ist. Der Landessportbund mit seinen rund 19.000 Vereinen stellt für die nächsten vier Jahre insgesamt jeweils 125.000 Euro zur Unterstützung der Vereinsarbeit und zur Förderung des Leistungssports zu Verfügung.

Und dass der LSV Grenzland unter den 167 Bewerbern im ersten Jahr der einzige Luftsportverein war, lag an der Initiative des Fluglehrers Conrad Gerte. Der 52-Jährige hatte den Antrag gestellt, ist leidenschaftlicher Segelflieger und hatte im Januar 2015 seine größte Herausforderung geschafft: einen 1000-Kilometer-Nonstop-Flug über Namibia in etwa acht Stunden.

Über den Scheck freute sich natürlich auch LSV-Geschäftsführer Torsten Beyer: "Das Geld können wir gut gebrauchen, damit beispielsweise die Melde- und Schleppgebühren zahlen, wenn unsere jungen Piloten zu Meisterschaften oder Turnieren unterwegs sind." Dabei fallen ihm vor allem die jungen Nachwuchsleute Max Milstrey (23) und die 19-jährigen Felix Rommelaere und Marius Stelzer ein. Die Drei gehören in NRW dem D-Kader an.

"Hier wird eine gute Nachwuchsarbeit geleistet", sagte Stefan Klett. Als nur einige Beispiele der aktiven Jugendarbeit nannte er die Mitarbeit bei der Inter-Modellbaumesse oder die Mit-Ausrichtung des großen Events "Airlebnis" auf dem Grefrather Flugplatz im August.

Dem LSV Grefrath mit seinen etwa 25 Fluglehrern gehören derzeit etwa 250 Mitglieder an, davon 70 Jugendliche. Die aktiven Piloten oder Schüler schätzt Torsten Beyer auf rund 150. Der Verein hat elf eigene Maschinen - sieben Segelflieger und vier motorbetriebene Flugzeuge.

Die erste Lizenz kam man bereits im Alter von 16 Jahren schaffen, nach einer ein- bis zweijährigen Ausbildung. Im Vereinsheim sind auch einige Jugendliche dabei. So die 15-jährige Anna Hanßen, die die ersten zehn Flugstunden als Co-Pilotin hinter sich hat. "Mein drei Jahre älterer Bruder Julius, der ebenfalls hier im Verein ist, hat bei mir das Interesse geweckt", erzählt sie. Für den 16-jährigen Robin Barzen war die Fliegerei immer ein Traum. "Als ich zufällig meiner Zahnärztin davon erzählte, nahm sie mich einfach mal mit, denn sie gehörte schon lange dem LSV Grefrath an." Robin, der die erste Fluglizenz hat, wollte eigentlich wie Dominik Sauels (19) auch Berufspilot werden. Davon sind die Zwei aber abgerückt. Robin sagt: "Es gibt derzeit viel zu viele ausgebildete Piloten, die keine Stelle bekommen." Robin, der derzeit beim Rhein-Maas-Berufskolleg das Fach-Abi mit dem Schwerpunkt Sozialwesen macht, tendiert jetzt in Richtung Psychologie.

Und auch Dominik Sauels ist "bodenständig" geblieben, ist gerade im ersten Lehrjahr und macht eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker. Drei Lizenzen zum Fliegen hat Dominik schon: für die Segler und Motormaschinen sowie für die ultraleichten Flugzeuge. Der 19-jährige will dem LSV auf jeden Fall erhalten bleiben: "Hier möchte ich gerne meine Ausbildung zum Segelfluglehrer machen."

Quelle: RP
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