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Kevelaer
26-jähriger Randalierer vor Gericht

Kevelaer. Weil er mehrfach unter Drogeneinfluss randalierte und Widerstand gegen Polizeibeamte leistete, wird einem Mann aus Kevelaer der Prozess gemacht. Von Jens Helmus

Ein 26-jähriger Mann aus Kevelaer muss sich derzeit vor dem Klever Landgericht verantworten. Zwischen Januar 2016 und seiner Festnahme am 3. Juni dieses Jahres hatte der Angeklagte zahlreiche Straftaten begangen: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch sowie gefährliches Eingreifen in den Straßenverkehr werden dem 26-Jährigen in der Anklageschrift zur Last gelegt.

Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen war der 26-Jährige wiederholt als Randalierer aufgefallen, hatte Autospiegel abgetreten, Scheiben zerschlagen und sich der Polizei widersetzt. Auch am 3. Juni folgte der Angeklagte nicht den Anweisungen der Polizei, die seine Personalien aufgrund aggressiven Verhaltens am Kevelaerer Sportplatz feststellen wollte. Der 26-Jährige bedrohte die Polizeibeamten daraufhin mit einem Messer und flüchtete anschließend trotz des Einsatzes von Pfefferspray gegen seine Person, bis ihn schließlich ein Sondereinsatzkommando der Polizei in einem fremden Keller fixieren und festnehmen konnte.

"Der Angeklagte traf zum Glück auf Kollegen, die ihn bereits kannten - sonst hätte das Ganze auch anders ausgehen können", kommentierte ein Polizist aus Kevelaer gestern den Vorfall vom 3. Juni. In der örtlichen Polizeibehörde sei der Angeklagte wohlbekannt, und so sei man auch im Januar 2017 schnell auf den 26-Jährigen gekommen, als in dessen Wohngegend mehrere Autobesitzer abgetretene Spiegel an ihren Wagen feststellten.

Eine weitere Zeugin berichtete, dass der Angeklagte nachts vor ihrem Restaurant gestanden und eine große Mosaikscheibe eingeworfen habe, bevor er drohte, auch noch einen Pkw zu beschädigen. "Er schrie seinen Namen und dass sein Vater sich das Leben genommen habe", sagte die Zeugin.

Dass der Vater des Angeklagten sich das Leben nahm, als der Sohn 15 Jahre alt war, habe laut psychiatrischem Gutachter Dr. Jack Kreutz zum heutigen Verhalten des Angeklagten beigetragen. In der neunten Klasse verließ der Kevelaerer das Gymnasium, entwickelte Suchtprobleme und suchte regelmäßig psychiatrische Kliniken auf. In seinem Gutachten beschrieb Kreutz den Angeklagten als Person, die nach dem Konsum vor allem von Amphetamin zu "psychoseähnlichen Zuständen" neige. "Der Zusammenhang ist eindeutig", so Kreutz, Einsichts- und Steuerungsfähigkeit seien bei einem Großteil der Taten eingeschränkt oder nicht vorhanden gewesen. Die Gefahr erneuter Straftaten sei enorm hoch, ein Maßregelvollzug daher zu empfehlen.

Die Verhandlung wird am morgigen Mittwoch um 10 Uhr in Saal A 105 des Klever Landgerichts fortgesetzt. Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung will die 1. große Strafkammer das Urteil sprechen.

Quelle: RP