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Kevelaer
260.000 Euro gegen den Krebs

Kevelaer: 260.000 Euro gegen den Krebs
Auch die jungen Teilnehmer traten kräftig für den guten Zweck in die Pedale. FOTO: Evers
Kevelaer. Erneut hat BIG Challenge bei verschiedenen Veranstaltungen viele Spenden gesammelt. Jetzt gaben die Organisatoren bekannt, was diesmal zusammenkam. Die Summe wurde jetzt der Deutschen Krebshilfe übergeben. Von Antje Thimm

Die Teilnehmer haben ausnahmslos lachende, glückliche Gesichter. Sie sind in Bewegung auf dem Rad oder zu Fuß, doch die Sportveranstaltungen, an denen sie teilnehmen, sind keine gewöhnlichen. "Aktiv gegen Krebs" steht auf ihren Shirts, "Big Challenge" heißt das Ereignis, bei dem sie mitmachen. Vor vier Jahren gründeten Petra und Georg Biedemann, Landwirte aus Winnekendonk, den Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, mit Sport-Events Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Die Summe, die allein im Jahre 2017 dabei zusammen kam, wurde jetzt bei einer feierlichen Abendveranstaltung in der Begegnungsstätte Winnekendonk veröffentlicht: 258.944,78 Euro konnten in Form eines Schecks überreicht werden. Hansgerd Kronenberg, Ortsvorsteher von Winnekendonk, erklärte spontan, er runde die Summe auf 260.000 Euro auf.

75 Prozent der Summe wird für ein Forschungsprojekt von Professor Christoph Klein von der Universität Regensburg verwendet. Er arbeitet daran, ein Medikament zu entwickeln, das das Ansiedeln gestreuter Tumorzellen im Körper dauerhaft verhindert. Der Rest geht an die Palliativmedizin für Krebspatienten der Uniklinik München. Dr. Franz Kohlhuber vom Vorstand der Deutschen Krebshilfe nahm den Scheck entgegen und zeigte sich beeindruckt von dem Ergebnis der BIG-Challenge-Initiative, die seit 2013 inzwischen etwas mehr als eine Million Euro gesammelt hat. "Das Problem Krebs ist nicht gelöst. Über 500.000 Menschen erkranken jedes Jahr daran. Die Forschung voranzutreiben, ist extrem wichtig und gibt Hoffnung", sagte er vor etwa 150 Gästen. Viele darunter waren Teilnehmer der verschiedenen Veranstaltungen, darunter eine Radtour von Amsterdam nach Berlin. "Aufgeben kommt nicht in Frage", ist stets das Motto für die Sportler, die immer wieder versuchen, über ihre Leistungsgrenzen hinauszugehen. Dies soll ein Zeichen der Solidarität mit Krebspatienten sein, die auch im Kampf gegen die Krankheit über ihre Grenzen hinaus gehen. So entsteht zwischen sportlicher Bewegung und Krebs eine ganz besondere Beziehung. "Sport kann auch für den Patienten heilsam sein", betonte Franz Kohlhuber. Die Bewegung sei Teil der Therapie. Viele Teilnehmer sind direkt oder indirekt betroffen. So hat Monika Teller-Weyers vor einigen Jahren ihr Kind verloren, es starb an Krebs im Alter von fünf Jahren. "Ich engagiere mich bei Big-Challenge, weil ich das Leid kenne, das damit verbunden ist", sagte sie. Sie hat im Vorstand des Vereins als Schriftführerin gearbeitet und organisiert, auf welche Weise die Landfrauen mithelfen können.

Andere machen mit, um zu helfen und gleichzeitig ein sportliches Erlebnis zu haben. "Das ist eine Win-Win-Situation", sagte Klaus Jockram aus Straelen. 175 Kilometer sei er im ganzen Leben noch nicht an einem Stück geradelt, das sei eine starke Erfahrung gewesen. Teilnahmebedingung bei allen BIG-Challenge-Ereignissen ist, dass jeder eine Summe von 500 Euro Sponsorengeld sammelt.

Im kommenden Jahr möchten die Winnekendonker pausieren, die Big-Challenge Bewegung aber geht weiter in Bruchhausen-Vilsen bei Bremen. Heinrich Henke hat sich bereiterklärt, dort ebenfalls einen BIG-Challenge Tag am 23. Juni 2018 zu organisieren. Einige verbindliche Anmeldungen kamen an diesem Abend bereits zustande.

Quelle: RP
 
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