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Kevelaer
99 Jahre Ruhezeit und finanzielles Risiko

Wird die Naturwald-Ruhestätte geschaffen, dann gibt es sie zunächst gesichert für 99 Jahre. Und alle Urnen, die im Laufe der Jahre an den Baumwurzeln beigesetzt würden, bleiben dort bis zum Ende: Eine Begrenzung der Zeiten auf 25 oder 30 Jahre, wie auf Friedhöfen üblich, ist nicht vorgesehen.

Sollte der Wald nach dem knappen Jahrhundert nicht weiter als Ruhestätte genutzt werden, würde der Betrieb einfach auslaufen. Die letzten Urnenbestattungen würden voraussichtlich bis etwa 30 Jahre vor Ablauf der Frist durchgeführt.

Diese Langfristigkeit macht der Stadt und auch der Politik Sorge. Denn für die Ruhestätte müsste die Stadt Geldern auf jeden Fall die Trägerschaft übernehmen, die "Beyer & Bürvenich GbR" würde lediglich den Betrieb führen. Sollte sie in Insolvenz rutschen, müsste die Stadt in die Bresche springen. Für diesen Fall wollen die Investoren zwar Sicherheiten aufbauen. Ob die darüber angestellte Rechnung aber aufgeht, wollen Verwaltung und Politik jetzt erst einmal prüfen.

Kritiker fürchten auch, dass es durch die Wald-Ruhestätte weniger Bestattungen auf den Friedhöfen geben könnte. Dann müssten dort die Gebühren steigen. Das zieht Investor Paul Bürvenich aber in Zweifel: Seiner Rechnung nach würden jährlich nur 15 Bestattungen weniger anfallen.

Ebenso wird befürchtet, dass die Gelderner Kirchen am Ende seelsorgerische Aufgaben für Gläubige von außerhalb übernehmen müssten, die sich für die Bestattung bei Schloss Haag entschieden hätten. Auch, wenn Paul Bürvenich versicherte, dass dies erfahrungsgemäß die Ausnahme sei.

Er kündigte an, zeitnah eine Info-Veranstaltung und eine Ortsbegehung für interessierte Bürger anzubieten.

(szf)
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