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Kevelaer
Abschied nach 43 Jahren als Lehrerin an der Grundschule

Kevelaer. Helma Schreurs war mehr als vier Jahrzehnte an der St.-Adelheid-Schule tätig. Im RP-Gespräch blickt die 65-Jährige auf ihre Zeit an der Schule zurück. Von Liss Steeger

"Mit Kindern vergehen die Jahre wie im Flug, doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten", diese Aussage von Jochen Mariss wurde Helma Schreurs während ihrer fast 43-jährigen Berufszeit als Grundschullehrerin an der St.-Adelheid-Schule immer wieder bestätigt. Nun wurde die 65-Jährige nach einem für heutige Zeiten beispiellos geradlinigen Werdegang verabschiedet.

Sie freut sich sehr, dass auch ehemalige Schüler kamen. Bereits 1970 hatte die damalige Schulleiterin Marianne Theelen ihr ein Praktikum ermöglicht. Sie war es auch, die den Weg ebnete für die Referendarzeit und die Übernahme in den Schuldienst.

Die Frage, ob sich die Kinder im Laufe der Jahre verändert haben, beantwortet Helma Schreurs begeistert aus: "Sie sind lebendiger, lebhafter aber auch freier in der Meinungsäußerung geworden." Mit dem Prinzip, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und sie ernst zu nehmen, ist sie immer gut gefahren. "Der Umgang mit Kindern besteht bei mir aus liebevoller Zuwendung und konsequenter Autorität, gepaart mit ehrlichem Interesse und viel Herzblut für meinen Beruf", sagt sie. "Und weil kein Tag, wie der andere abläuft, hatte ich nie Langeweile und die Kinder haben mich dadurch lebendig und fit gehalten", ergänzt sie.

Die Grundschullehrerin hat mit keinem Tag ihre Berufswahl bereut, und genau das strahlt sie auch aus. Schon nach drei Jahren eigener Ausbildungszeit hat sie Lehramtsanwärter zugewiesen bekommen. Insgesamt hat sie sieben Anwärterinnen und einen Herrn ausgebildet. Wenn sie ihre Zeit an der St.-Adelheid-Schule Revue passieren lässt, hat sie 330 Erstklässlern Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Außer Religion wurden von ihr alle Fächer unterrichtet.

Die Klassengröße variierte von 22 bis sogar 40 Schüler. Wichtig war ihr, den Kindern immer einen strukturierten Ablauf sowohl im Unterricht als auch für den Alltag zu vermitteln. Dabei hatten Humor und Witz sowie ein liebevoller Umgang untereinander einen festen Platz.

In der Zukunft möchte Helma Schreurs erstmal erfahren wie es ist, mehr Zeit zu haben um auch soziale Kontakte zu pflegen. Sie freut sich auf Kulturelles, Fahrrad fahren, Erlebnisreisen, Muße für Gartenarbeit oder auch mal in Ruhe ein Buch zu lesen. Sie wird wohl auch weiterhin Bleistift und Radiergummi für Notizen nehmen, weil sie den Kindern das so vorgelebt hat. Tintenlöscher gab es bei ihr nicht.

Und stolz ist sie darauf, dass sie fast bis zum Schluss die Zeugnisse mit dem Füllfederhalter von Hand geschrieben hat.

Quelle: RP
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