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Kevelaer
Ära der Big Bands wird in Kevelaer lebendig

Kevelaer: Ära der Big Bands wird in Kevelaer lebendig
Die "Kings of Swing" aus Nieukerk boten gemeinsam mit BB4F fast drei Stunden lang erstklassige Musik. FOTO: gerhard Seybert
Kevelaer. Gleich zwei Orchester spielen im Konzert- und Bühnenhaus. Begeisterter Beifall des Publikums für die Leistungen der Musiker. Und auch die Sänger legten überzeugende Auftritte hin. Von Liss Steeger

Zu einem "Bigband Blockbuster" hatte die in Kevelaer beheimatete Big Band For Fun (BB4F) in das Konzert- und Bühnenhaus eingeladen. Gemeinsam mit den aus Nieukerk stammenden "Kings of Swing" boten sie fast drei Stunden erstklassige Bigband-Sound-Unterhaltung als musikalischen Hochgenuss.

"Wir helfen uns musikermäßig aus und tauschen Termine", bekräftigte "BB4F-Erfinder" Peter Niersmans die Freundschaft der Orchester, die beide unter der jugendlich souveränen Leitung von Philipp Niersmans aus Twisteden stehen. Die "Kings of Swing" hatten mit George Gershwins "Strike up the band" einen gewaltigen Einstieg, der jedoch im Laufe des Abends noch steigerungsfähig war. Richard Reichenbach moderierte charmant, informativ, und genauso ansprechend war auch sein Gesang. "Georgia on my mind" hat Ray Charles in den 60ern zum Hit gemacht, und das war auch in Reichenbachs Version mit rauchig sonorer Stimme hitverdächtig.

Alt-Saxophonistin Alexandra Claassen brillierte im Solo zur Filmmusik "Against all odds". Beim "Critical Mass" wurde der Mob der Radfahrer gegen die Autofahrer musikalisch in Szene gesetzt. Mit dem "Tequila", einem Instrumental, der durch das Orchester Max Greger bekannt wurde, hatte das Publikum etwas, um mitzuswingen.

Ganz in diesem Stil ging es dann weiter mit Anni Mysors "Mr. Zoot Suit" und dem grandiosen Funk-Titel "Respect", der die legendäre Aretha Franklin auferstehen ließ. Bei Jim Croces "Bad Bad Leroy Brown" hielt es die Zuhörer nur schwerlich auf den Plätzen, denn dieser Ohrwurm forderte regelrecht zum Tanzen auf.

"Mir gefällt der Slogan ,Herz statt Kommerz - Spende statt Gage'", meinte Richard Reichenbach zu Beginn des zweiten Konzertteils. "Die BB4F möchte mehr erreichen als nur die Ohren der Zuhörer, verzichtet auf eine Gage und spendet immer wieder gerne für karitative Zwecke."

Mit "Birdland", einer Hommage an den 1949 gegründeten Jazzclub am Broadway, begann die BB4F ihren Part. Die Instrumentengruppen harmonierten in- und untereinander, Unisono-Partien und viele beklatschte Solo-Einlagen gelangen gleichermaßen. Ob "Sir Duke" von Stevie Wonder, das er für den mythischen Jazzmusiker Duke Ellington komponiert hat, oder der eingängige Mambo "Sway" und die Ballade "Mack the knife" - Lokalmatador "Mister Soul" Hans Ingenpass zeigte sich auf der Bühne von seiner besten Seite.

Beide Bands ließen es gemeinsam als Zugabe mit "Cantaloupe Island" von Herbie Hancock und dem Beat "Fantasy" noch einmal krachen. Ein überzeugtes Publikum entließ die beiden Orchester mit ihren exzellenten Musikern mit begeistertem Applaus.

Quelle: RP
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