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Kevelaer
Aldi kommt auf den Klinkenberg

Kevelaer: Aldi kommt auf den Klinkenberg
FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Der Discounter will eine Filiale auf dem Gelände der derzeitigen Gaststätte an der Walbecker Straße errichten. Besitzerin Christel Schiffer schließt das traditionsreiche Haus Ende Februar und geht mit viel Weihmut. Von Sebastian Latzel

Die Entscheidung ist Christel Schiffer nicht leicht gefallen. "Wenn man in einem Haus so lange gearbeitet hat, schwingt beim Abschied natürlich auch viel Wehmut mit", sagt sie. Seit 1987 führte die Wirtin die Gaststätte "Haus Klinkenberg" an der Walbecker Straße. Ihre Eltern hatten die Wirtschaft vorher schon 30 Jahre betrieben. "Aber irgendwann musste eine Entscheidung fallen, und jetzt ist für mich klar, dass es die richtige ist", sagt die 58-Jährige.

Das traditionsreiche "Haus Klinkenberg" schließt Ende Februar. Hier will Aldi bauen, der Standort an der Weezer Straße (oben) soll erhalten bleiben. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Die Entscheidung war, die Gaststätte zu schließen und zu verkaufen. Noch bis Ende Februar wird das Haus geöffnet sein. Auch alle geplanten Gesellschaften werden bis dahin ganz normal weiterlaufen.

Mit dem Abschied von Christel Schiffer wird auch die Geschichte der Gaststätte enden. Denn es gibt ganz konkrete Pläne, eine Aldi-Filiale auf dem Gelände zu eröffnen. Die Politik hatte dafür mit ihrer Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplanes bereits den Weg frei gemacht.

Es laufen jetzt die Vorbereitungen, den Plan so zu ändern, dass das Gebiet für Einzelhandel mit bis zu 800 Quadratmeter Ladenfläche ausgewiesen wird. "Politik und Verwaltung begrüßen die Pläne", erläutert Ludger Holla vom Bauamt. Gleichzeitig habe die Stadt aber auch ein Interesse daran, dass der andere Aldi-Standort an der Weezer Straße erhalten bleibt.

Und danach sieht es aus. Martin Stopa, Leiter Filialentwicklung bei Aldi, stellt klar, dass der Aldi-Standort an der Weezer Straße auf jeden Fall erhalten bleibe. "Das Potenzial für zwei Filialen von uns ist in Kevelaer auf jeden Fall da", sagt er. Die neue Filiale wird den inzwischen üblichen Standard haben, das heißt, es wird auch einen Backautomaten im Geschäft geben.

Geht es nach dem Discounter, wird so schnell wie möglich gebaut. Erst einmal muss aber die Änderung des Bebauungsplanes über die Bühne sein. Das Verfahren läuft. Wenn die Genehmigung da ist, werde der neue Discounter in rund sechs Monaten gebaut, erläutert Stopa.

Bei der Diskussion über das Projekt war aus der Politik der Wunsch gekommen, die Öffentlichkeit bei einer Bürgerversammlung zu informieren. Das soll demnächst passieren. Die Stammgäste des Hauses hat Christel Schiffer bereits über die Entwicklung informiert. Und die Reaktionen machen ihr den Abschied nicht gerade leichter. "Ganz viele haben mir gesagt, wie wohl sie sich hier immer gefühlt haben." Erst am Wochenende hatte sie noch eine Gruppe aus Winnekendonk spontan überrascht. Die Truppe war sonst traditionell am Vatertag im "Haus Klinkenberg" eingekehrt. da die Gaststätte zum nächsten Vatertag geschlossen ist, verlegte die Gruppe den Ausflug einfach vor. "Das sind alles Dinge, die einen dann wehmütig werden lassen. Ich hatte viele nette Gäste hier. Sie werden mir sicher fehlen." Zur Entscheidung stehe sie aber. Gesundheitliche Gründe hätten eine Rolle gespielt, und ebenso die Bausubstanz des Hauses. Die sei in die Jahre gekommen. Es hätte erheblich investiert werden müssen.

Quelle: RP
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