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Weeze
Asyl: Airport investiert sechs Millionen Euro

Weeze: Asyl: Airport investiert sechs Millionen Euro
Die früheren Soldatenwohnungen wurden schon als Notunterkunft genutzt, jetzt wird umfangreich umgebaut. FOTO: Gerhard Seybert
Weeze. Aus der Notunterkunft für Flüchtlinge am Flughafen wird eine ständige Landeseinrichtung. Bis zu 750 Asylbewerber sollen hier Platz finden. Vorher sind umfangreiche Sanierungen nötig. Von Sebastian Latzel

Noch fehlt die letzte Unterschrift, aber die ist auch aus Sicht des Flughafen-Geschäftsführers nur noch eine Formsache. "Wir sind uns mit der Bezirksregierung einig, dass am Airport eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) entsteht", sagt Ludger van Bebber. Wie berichtet, hatte die Behörde am Freitag die Liste mit den künftigen Landeseinrichtungen veröffentlicht. Neben Rees taucht dort nur noch Weeze als Standort im Kreis Kleve auf. Bislang hatte Weeze nur den Status einer Notunterkunft, mit dem neuen Vertrag wird die neue Einrichtung auf jeden Fall für zehn Jahre festgeschrieben. "Wir warten jetzt nur noch auf den Vertrag und werden dann sofort mit der Sanierung beginnen", sagt van Bebber.

Schon immer hatte er betont, an einer solchen Regelung interessiert zu sein. Knackpunkt war, dass die vertragliche Vereinbarung fehlte. Und ohne die will der Geschäftsführer die Investition nicht angehen. Denn um die früheren Soldatenunterkünfte (sogenannte H-Gebäude) entsprechend umzubauen, muss der Flughafen viel Geld in die Hand nehmen. Auf rund sechs Millionen Euro schätzt van Bebber die Investition. Der Komplex soll aus sechs Gebäuden bestehen, von der bisherigen Notunterkunft wird ein Objekt übernommen. Alle Häuser werden komplett überarbeitet. "Es handelt sich gewissermaßen um eine Kernsanierung", so van Bebber. Herzstück der Anklage wird ein zentrales Gebäude werden, in dem die Essenssäle, Waschräume, Büros und eine Krankenstation untergebracht werden. Insgesamt geht es bei dem Komplex um 10.500 Quadratmeter. So viel Fläche ist auch nötig, weil die Bezirksregierung hier größer plant, als früher mal angedacht. Da war noch im Gespräch gewesen, die ehemaligen Offiziersgebäude umzubauen. Doch dann hätte man zu wenig Platz gehabt.

500 Flüchtlinge sollen in die ZUE kommen, zusätzlich wird eine Reserve von 250 Plätzen bereit gehalten. Der Bereich wird mit einem Zaun abgetrennt, ein eigener Security-Dienst wird den Eingang sichern. Wer den Sicherheitsdienst übernimmt ist ebenso offen wie die Frage, wer die Anlage betreiben wird. Beides wird von der Bezirksregierung ausgeschrieben. Geplant ist, dass die sanierte ZUE zum Jahresanfang übergeben wird. "Das schaffen wir", sagt van Bebber.

Für die Gemeinde Weeze bedeutet die Entwicklung, dass die Kommune voraussichtlich keine Flüchtlinge mehr aufnehmen muss. Denn die Asylbewerber in der ZUE werden auf den Schlüssel der Stadt angerechnet. Das hat bereits zu einem Sinken der Zahlen in der Gemeinde geführt. Früher war die Kommune für 80 Flüchtlinge zuständig, jetzt sind es noch 30. "Wir unterstützen den Flughafen so gut es geht bei den Plänen", sagt Georg Koenen von der Verwaltung.

Quelle: RP
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