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Kevelaer
Asyl: Sporthotel ist keine Dauerlösung

Kevelaer: Asyl: Sporthotel ist keine Dauerlösung
Die Stadt hat das Sporthotel für fünf Jahre angemietet. Auf Dauer will die Kommune aber weg von Sammelunterkünften. Flüchtlinge sollen in Wohnungen untergebracht werden. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Etwa 120 Flüchtlinge sind aktuell in Schravelen untergebracht. Für die Zukunft will die Kommune selbst Wohnungen bauen. Von Sebastian Latzel

Wer sich die Zahlen für den Entwurf des neuen Haushalts in Kevelaer ansieht, wundert sich vor allem über die Summe, die für den Bau von Asylbewerberunterkünften eingestellt ist. Eine Million Euro sind dafür veranschlagt. Dabei hat die Stadt doch gerade erst das Sporthotel in Schravelen angemietet, in dem seitdem viele Flüchtlinge wohnen.

"Die Unterbringung im Sporthotel soll aus unserer Sicht aber keine Dauerlösung sein", erläutert Kämmerer Ralf Püplichuisen. Auf lange Sicht sei geplant, dass die Kommune selbst baut, um dort Wohnungen für Asylbewerber anbieten zu können. Es sei auch finanziell günstiger, eine eigene Immobilie für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen statt Miete für ein so großes Objekt zu zahlen.

Ludger Holla vom Bauamt der Stadt weist zudem darauf hin, dass es zum Integrationsgedanken von Kevelaer gehöre, dass die Flüchtlinge auf Dauer nicht in einer Sammelunterkunft untergebracht sein sollen. "Der Großteil der Flüchtlinge wird dauerhaft in Kevelaer bleiben, Integration funktioniert einfach besser, wenn sie in Wohnungen leben", sagt er.

Problem ist allerdings, dass Wohnungen zur Miete derzeit kaum zu bekommen seien. Eben deshalb sei geplant, selbst Wohnhäuser zu bauen. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Sporthotels soll nicht verlängert werden. Der Vertrag läuft noch etwa vier Jahre. Diese Zeit will die Kommune nutzen, um ausreichend eigene Wohnungen zu bauen.

Auch wenn eine Million Euro bereits im Haushalt eingestellt ist, seien momentan noch keine konkreten Bauaktivitäten geplant, erläutert Kämmerer Püplichuisen. Die Summe sei vielmehr dafür vorgesehen, bei entsprechendem Bedarf schnell handeln zu können. Denkbar sei, im kommenden Jahr ein Objekt zu bauen. Dafür wäre die Million im Haushalt dann bestimmt. Für weitere denkbare Immobilien müsste dann Geld in den Folgejahren eingestellt werden. Püplichuisen sieht das Geld als Planung für die Zukunft beim Thema "Unterbringung von Asylbewerbern".

Wie berichtet, hat die Stadt das Sporthotel vom Besitzer angemietet, der das Objekt kurze Zeit zuvor gekauft hatte. 170 Flüchtlinge könnten hier untergebracht werden. Betreut wird die Einrichtung von der Caritas. Auch der Runde Tisch Flüchtlinge aus Kevelaer hält engen Kontakt. Aktuell sind 118 Personen in dem Hotel untergebracht. Die Bedingungen im Sporthotel seien sehr positiv. Die Anlage sei derzeit eine gute Lösung, heißt es.

Allerdings wolle man weg von längerem Aufenthalt in einer Sammelunterkunft. Daher sieht das Konzept vor, dass Flüchtlinge später nur noch übergangsweie in eine solche Einrichtung kommen. Eine Sammelunterkunft der Stadt gibt es beispielsweise an der Ladestraße in der Nähe des Bahnhofs.

Quelle: RP
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