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Kevelaer
Asyl: Stadt sucht Alternativen für Turnhallen

Kevelaer: Asyl: Stadt sucht Alternativen für Turnhallen
Die Turnhalle an der Kroatenstraße wird derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt. FOTO: Privat
Kevelaer. Derzeit wird geprüft, ob leerstehende Gewerbehallen zu Unterkünften ausgebaut werden könnten. Von Sebastian Latzel

Eine Sache hat bei der Stadt Kevelaer absolute Priorität: "Wir wollen so schnell wie möglich eine Alternative zu der Unterbringung von Flüchtlingen in den Turnhallen finden", sagt Ludger Holla von der Stadtverwaltung. Wie berichtet, ist die Kommune gezwungen, derzeit die Turnhallen an der Kroatenstraße und in Kervenheim für die Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen. Die Kapazitäten waren einfach erschöpft.

"Wir prüfen derzeit verschiedene Varianten und sind optimistisch, recht kurzfristig eine Lösung zu finden", sagt Ludger Holla. "Ich bin da recht zuversichtlich." Unter anderem sind der Stadt leerstehende Gewerbehallen angeboten worden. Jetzt wirt untersucht, ob es möglich ist, diese Gebäude entsprechend umzurüsten und eventuell dauerhaft als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen.

Holla freut sich, dass es viel Verständnis für die Situation gibt. An der Grundschule Kervenheim etwa werden die Kinder jetzt mit dem Bus nach Winnekendonk zum Sportunterricht gebracht. Dadurch ist gewährleistet, dass für alle Kinder an beiden Schulen der übliche Sportunterricht stattfinden kann. "Es gibt viel Verständnis bei den Eltern für die Situation", sagt Schulleiterin Ulrike Möller. Im Unterricht werde über Thema "Flüchtlinge" gesprochen. "Wir bringen den Kindern das Thema nahe und überlegen gemeinsam, was wir für sie tun können", sagt die Leiterin.

Es sei erfreulich, dass der Stadt auch immer wieder Privatwohnungen angeboten werden, berichtet Ludger Holla. So ist es beispielsweise möglich, die für Freitag angekündigten Neuankömmlinge in Wohnungen unterzubringen. "Wir können uns nur dafür bedanken, dass viele bereit sind, sich hier zu engagieren", sagt Holla. In Kevelaer sei zu spüren, dass viele den Flüchtlingen helfen wollen. So hätten Privatleute Familien auch kurzzeitig bei sich zuhause aufgenommen. "Das ist hilfreich, weil wir oft ganz kurzfristig Lösungen brauchen."

In den letzten zwei Wochen sind 65 Personen neu nach Kevelaer gekommen, das hat auch zu ganz praktischen Problemen geführt. In ganz Kevelaer war kein Besteck und Geschirr mehr zu bekommen, auch Bettlaken waren ausverkauft.

Weiterhin werden dringen Wohnungen oder Grundstücke gesucht. Wer Objekte anbieten oder anders helfen möchte, kann sich bei der Stadtverwaltung melden.

Quelle: RP
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