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Kevelaer
Aus Armenhaus wurde Krankenhaus

Kevelaer: Aus Armenhaus wurde Krankenhaus
FOTO: Krankenhaus Kevelaer
Kevelaer. Das Marienhospital in Kevelaer wird 150 Jahre alt. Mit einem Festakt wird das Jubiläum in der kommenden Woche gefeiert. Gerade wird die Einrichtung zur Etablierung einer Kardiologie erweitert.

Die Erstausstattung des Marienhospitals im Jahr 1866 war selbst für damalige Verhältnisse spartanisch: zwei Matratzen aus Pferdehaaren, vier Betten mit Federn, sechs Strohsäcke aus Leinen, fünf Bettladen, sechs Kaffeetassen, zwei Kaffeekannen, zwölf flache und sechs tiefe Teller. Dazu zwei Tische, sechs Stühle, ein Sessel und ein Nachtstuhl. Die Wäscherei bestand aus einem großen und einem kleinen Waschkübel.

150 Jahre später sind diese Zeiten vorbei. Das Marienhospital ist ein modernes Krankenhaus, das gerade erst 3,5 Millionen Euro investiert. Davon wurde unter anderem ein neuer 128-Zeilen-Computertomograph finanziert. "Jenseits von High-Tech und medizinischen Entwicklungen hat sich Haus dabei eins bewahrt", meint Bernd Ebbers, Geschäftsführer der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft: "Die besondere Atmosphäre, die gelebte Nähe zu den Menschen."

Eine Ansicht des Kevelaerer Krankenhauses aus dem Jahr 1904. FOTO: privat / Seybert

Den Grundstein für den Bau eines Krankenhauses legte im Jahr 1831 der Kaufmann Johann Pinders. Der Kevelaerer vermachte damals in seinem Testament sein Wohnhaus mit Scheune und Gärten sowie einige Grundstücke als Armenstiftung.

1866 erfolgte die Anmietung des Armenhauses und es gab von der Bezirksregierung die Genehmigung, ein Krankenhaus in Kevelaer einzurichten. Damit beginnt der Betrieb des Marienhospitals. Von Anfang an waren die Clemensschwestern eng mit dem Krankenhaus verbunden. Auch heute sind noch drei Ordensschwestern tätig. Zwei von ihnen wohnen im Krankenhaus, eine weitere im Klostergarten. Sie übernehmen seelsorgerliche Aufgaben im Haus, kümmern sich um Kapelle und Sakristei.

Das Marienhospital bildet seit 2013 gemeinsam mit dem St.-Antonius-Hospital Kleve, dem Wilhelm-Anton-Hospital Goch und dem St. Nikolaus-Hospital Kalkar das Katholische Karl-Leisner-Klinikum. "Mit der Neurologie, der Gefäßchirurgie und der Angiologie bringt das Marienhospital essenzielle Fachdisziplinen in einer außerordentlich guten Versorgungsqualität in das Klinikum ein", meint Regionaldirektor Philipp Kehmeier. Ein wichtiger Baustein in den aktuellen Planungen des auf mehr als 900 Betten ausgelegten Klinikums ist darüber hinaus die Etablierung einer kardiologischen Abteilung in Kevelaer. Die Bauarbeiten laufen seit Januar, mehr als zwei Millionen Euro werden investiert.

Der runde Geburtstag wird gefeiert: Nach einem Festakt mit geladenen Gästen am Donnerstag, 22. September, öffnet sich das Marienhospital Besuchern am Samstag, 24. September, von 11 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür. Führungen geben Einblicke hinter die Kulissen des Krankenhauses: Wie läuft eine Operation ab? Wer kümmert sich um die Technik des Hauses? Wie werden die Betten aufbereitet?

Die Mediziner des Marienhospitals informieren zudem in Vorträgen zu Themen wie Volkskrankheiten, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Besucher können sich außerdem an Ständen über den Services des Marienhospitals informieren - von der Ernährungsberatung über das Schmerzmanagement bis zu Ausbildungsmöglichkeiten im Pflegeberuf. Wer mag, lässt sich den Blutdruck messen, desinfiziert Hände unter Schwarzlicht oder lässt ein Ultraschall der Halsschlagader machen.

(zel / RP)
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