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Kevelaer
Aus Bayen wird Bosmann in Kevelaer

Kevelaer: Aus Bayen wird Bosmann in Kevelaer
Kevelaers Traditionsgeschäft Lederwaren Bayen an der Hauptstraße hat eine neue Inhaberin. Karin und Georg Holtmann (links) stoßen mit den ehemaligen Inhabern Werner und Beate Bayen an. FOTO: Seybert
Kevelaer. Gestern eröffnete Lederwaren Bosmann in der Hauptstraße 7. Die Reeserin Karin Holtmann übernimmt das Geschäft der Eheleute Bayen. Die neue Inhaberin ist keine Unbekannte. Sie führt in Kleve auch das Geschäft ihrer Eltern. Von Bianca Mokwa

Eine Gruppe Radfahrer bleibt vor dem Haus mit der Nummer sieben auf der Kevelaerer Hauptstraße stehen. "Hier ist Neueröffnung", sagt einer der Pedalritter, mit dem Kopf in Richtung Bayen Lederwaren weisend.

Im Laden selbst herrscht geschäftiges Treiben. Die Geschäftsleute aus der Nachbarschaft kommen vorbei, bringen Blumen und schütteln Karin Holtmann die Hand. Die Reeserin übernimmt das Traditionsgeschäft Bayen. Bereits seit 2008 führt sie das Geschäft ihrer Eltern Bosmann in Kleve weiter. "Kevelaer ist eine neue Herausforderung", sagt die 43-Jährige. Sie schätzt vor allem die besondere Atmosphäre der Stadt. "In Kevelaer nehmen die Menschen einen Inhaberwechsel so bewusst wahr", erzählt sie. Bereits vor der Geschäftseröffnung hätten Menschen an die Scheibe geklopft und gefragt, wann es denn losgehe.

Das Ehepaar Beate und Werner Bayen nickt wissend. Sie kennen ihre Kevelaerer. Vor 19 Jahren, am 1. März 1997, eröffnete das Ehepaar das Traditionsgeschäft. 2012 erhielten sie für ihre Verdienste den Marketingpreis der Stadt Kevelaer. Das Geschäft war ihr Leben. "Ich habe das von der Pike auf gelernt", sagt Werner Bayen. Er ist gelernter Feintäschner. Erst hatte er ein Geschäft in Krefeld am Ostwall, bevor es ihn nach Kevelaer zog. Die ersten Jahre führte er den Laden mit seinem Bruder Helmut. In diesem Jahr wäre das Familienunternehmen 80 Jahre alt geworden. "Ich bin jetzt 58 Jahre in dem Job drin", sagt Werner Bayen. "Der Abschied ist nicht einfach, aber wir packen das."

Der 73-Jährige und seine Frau Beate hatten im Dezember 2015 aus Altersgründen den Laden geschlossen. Die Mutter der neuen Geschäftsinhaberin ist auf das Ehepaar zugegangen und hatte die Idee zur Übernahme angestoßen. Werner Bayen ist mit der Entscheidung, das Geschäft in die Hände von Karin Holtmann zu legen, sehr zufrieden. "Sie macht das schon", sagt er optimistisch. "Sie ist ja auch ein alter Hase", sagt der Kevelaerer und korrigiert sich. "Ein alter, junger Hase." Denn schon als Kind habe sie ihre ersten Verkaufsversuche im Geschäft ihrer Mutter unternommen, sagt die neue Inhaberin. Sie wuchs sozusagen mit dem Lederwarenfachbereich auf, Aus- und Weiterbildung fanden in diversen Unternehmen der Lederwarenbranche statt. Trotzdem hat Werner Bayen noch einen Tipp für die junge Unternehmerin. Die Schirme, die seien in Kevelaer ein wahrer Verkaufsschlager. Kleine Taschenschirme, die haben in der Vergangenheit wahre Verkaufsrekorde gebrochen. Auch die Reisegepäcksparte sei bei ihnen stark gefragt gewesen. Beate Bayen führt das auf die gute Beratung zurück. Tatsächlich bleibt das ehemalige Verkaufspersonal der neuen Unternehmerin und den Kunden erhalten. Geändert haben sich übrigens die Farben in der Reisegepäckbranche. Aus den Regalen strahlen neongelbe, orange und pinke Koffer dem Betrachter entgegen. "Früher gab es nur Grau, Blau und Schwarz, vor allem Schwarz", erinnert sich Werner Bayen. Um den Koffer auf dem Gepäckband schneller zu orten, haben die bunten Farben nun Einzug gehalten.

Und natürlich gibt es im Geschäft von Holtmann auch Taschen, jede Menge Taschen. Große, kleine, dicke, dünne, von namhaften Marken und für jeden Geschmack. Denn Taschen, das gibt die neue Inhaberin gerne zu, die seien schon ihr ganz besonderes Steckenpferd.

Quelle: RP
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