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Weeze
Heißluftballon muss am Airport landen

Ballonfestival Kevelar: Heißluftballon muss am Flughafen Weeze landen
Dieser Schnappschuss gelang einem Fluggast aus dem Fenster bei der Landung am Airport Weeze. Zu sehen ist das Ballonteam mit Sicherheitspersonal des Flughafens. FOTO: privat
Weeze. Ein Nachzügler des Festivals in Kevelaer war zu langsam unterwegs und kam vor dem Flugbetrieb nicht mehr über das Flughafenglände. Daher musste die Besatzung zwischen Tower und Vorfeld heruntergehen. Von Sebastian Latzel

Die Fluggäste der Ryanair-Maschine am Freitagabend von Pisa nach Weeze trauten ihren Augen nicht, als der Pilot sie kurz vor der Landung bat, doch mal aus dem Fenster zu schauen: Fast zum Greifen nahe war die Mannschaft eines Ballons zu sehen, der auf dem Flugplatz heruntergekommen war. "Ich dachte im ersten Moment spontan: Glück gehabt", berichtet ein Fluggast, der die kuriose Szene verfolgt hatte und wie andere an Bord aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Der Pilot des Fliegers war vom Tower rechtzeitig auf das ungewöhnliche Flugobjekt aufmerksam gemacht worden, das für eine Landung am Airport eigentlich nicht vorgesehen ist. "Aber es hat absolut keine Probleme geben und auch keine Beeinträchtigung des Flugverkehrs", berichtet Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber.

Der Ballon war vom Festival in Kevelaer gekommen und in die Kontrollzone des Airport gefahren, wo die Besatzung sofort ordnungsgemäß Funkkontakt mit dem Tower aufgenommen habe. "Die Ballonfahrer hatten gedacht, dass sie eine Start- und Landepause nutzen könnten, um das Gelände zu überfliegen. Wenn kein Flugbetrieb herrscht, ist das kein Problem, aber weil Landungen anstanden, hat der Tower das Team gebeten zu landen", so van Bebber. Das Fluggerät ging zwischen Tower und Vorfeld herunter und war dort aus dem Flugzeug heraus bestens zu sehen.

Dass ein Ballon am Airport landet, ist auch für den Geschäftsführer ein absolutes Novum. "Eigentlich kommt es auch kaum vor, dass Ballons in unsere Richtung fliegen, weil der Wind aus den Niederlanden kommt", erläutert er. Diesmal blies er allerdings aus Richtung Kevelaer und transportierte damit auch die Teilnehmer des Ballonfestivals Richtung Airport.

Die Organisatoren der Veranstaltung in der Marienstadt hatten diese Windrichtung bereits früh im Blick. "Wir haben die Teilnehmer des Festivals gebrieft und ihnen ausdrücklich gesagt, dass die Fahrtrichtung Airport sein wird", sagt Bernd Pool vom Kevelaerer Stadtmarketing. Mit dem Airport sei das auch abgestimmt gewesen und eigentlich kein Problem, weil es eine längere Flugpause gab, in der die Ballons den Bereich hätten überqueren können. Da aber nur wenig Wind geherrscht habe, seien die Ballons nur sehr langsam vorangekommen. Fast alle gingen bereits in Wemb zu Boden. Lediglich vier Teams fuhren noch weiter Richtung Airport. Dreien von ihnen gelang es, das Flughafenareal rechtzeitig zu überqueren, bevor der Flugbetrieb dort wieder einsetzte. Der Nachzügler dagegen hätte es nicht mehr geschafft. Daher war die Besatzung sicherheitshalber zu Boden gegangen, so Pool. Es sei eine ganz normale Landung gewesen, nur war der Abtransport etwas aufwändiger, weil Korb und Ballon eine ganze Strecke weit gebracht werden mussten, bis man in einen Bereich kam, in dem das Begleitfahrzeug das Fluggefährt aufnehmen konnte.

Eine Gefahr habe nie bestanden, auch weil beim Ballonfestival ein Fluglotse des Airports mitfuhr. Er ging zwar auch schon in Wemb herunter, hatte aber ständigen Kontakt mit seinen Kollegen im Tower.

Quelle: RP
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