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Kevelaer
Band 7 der Uedemer Studien vorgestellt

Kevelaer. Wer waren die Morrien? Der Titel des siebten Bandes der Uedemer Studien gibt erst einmal Rätsel auf: "Die Morrien zu Kalbeck und ihre Verbindungen zur reformierten Gemeinde Uedem". Franz-Josef Hetjens, Archivar für Weeze und Uedem, klärt auf: "Die Morrien waren eine landadelige Familie, die seit dem 17. Jahrhundert in Kalbeck lebte, sich aber als besonderer Gönner der reformierten Gemeinde in Uedem hervortat." Von Natalja Bruck

Anlässlich des diesjährigen 1150-jährigen Ortsjubiläums von Uedem gab die Gemeindeverwaltung den Auftrag, weitere Bände bislang kaum bekannter Aspekte der lokalen Geschichte aufzuarbeiten. Den Auftakt zu dieser Neuauflage macht der nun vorliegende siebte Band der Uedemer Studien. Auf 58 aufwendig gestalteten und reich bebilderten Seiten wird ein Stück Uedemer Ortsgeschichte wieder lebendig, eng verknüpft mit der Familiengeschichte der Familie Morrien.

Autor der Studie ist der Historiker Hartmut Benz, der schon zuvor mit der Geschichte Kalbecks in Berührung kam. Bereits 2007 wurde er von der Familie von Elverfeldt-Ulm, die heute das neue Schloss Kalbeck bewohnt, mit der Sichtung und Aufarbeitung des Familienarchivs beauftragt. "Ich finde es wichtig, lokale Ortsgeschichte aufzuarbeiten und die analoge Vergangenheit in unserer technischen Welt von heute aufzuarbeiten", sagt Benz, der bei dieser Tätigkeit auf zahlreiche Verbindungen zwischen der Familie Morrien und der reformierten Gemeinde stieß. Um 1600 gegründet, war diese nicht nur klein, sondern auch arm und dringend auf die adelige Protektion angewiesen. Die Mitglieder der ursprünglich aus dem Münsterland stammenden Familie, die noch auf dem alten Schloss Kalbeck gegenüber von "Jan an de Fähr" lebten, bedachten die Gemeinde nicht nur zu Lebzeiten, sondern vielfach auch in ihren Testamenten mit Sach- und Geldzuwendungen. "Natürlich beruhte das Verhältnis der Familie Morrien zur Gemeinde auf Gegenseitigkeit, und wenn die Herren von Kalbeck beispielsweise einen privaten Gottesdienst auf Schloss Kalbeck wünschten, wurde ihnen dieser Wunsch gerne erfüllt", erläutert Benz die Beziehung. Fast 200 Jahre als Wohltäter und Protektoren der reformierten Gemeinde haben zahlreiche Spuren hinterlassen, von denen sich einige bis heute in Uedem wiederfinden. Ein besonderes Zeugnis der Verbundenheit, das auch in dem neu erschienen Band sieben besonders fotografisch gewürdigt wird, ist der Grabstein Dietrich von Morriens, der bis heute in der evangelischen Kirche aufgestellt ist.

Doch nicht nur Wappen und Siegel, auch zahlreiche historische Karten mit teilweise noch bekannten und gebräuchlichen Orts- und Wegenamen sind abgedruckt und stellen eine lebendige Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart her. Im Zusammenspiel mit den textlichen Erläuterungen macht dies die Uedemer Studien einmal mehr absolut lesenswert.

Für alle Interessierten ist der Band ab sofort im Bürgerbüro der Schustergemeinde zum Preis von zehn Euro erhältlich.

Quelle: RP
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