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Kevelaer
Baustellen-Ende zwei Monate überfällig

Kevelaer. Wer von Kevelaer oder Weeze Richtung rechte Rheinseite fährt, ärgert sich derzeit über die Verkehrssituation in Uedem. Das wird noch länger so bleiben. Schuld an der Verzögerung sind eine Baufirma und der Dauerregen. Von Michael Baers

Mitte Mai 2015 ging es los, Anfang Dezember sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, und eine Woche nach Aschermittwoch 2016 ist leider immer noch nicht alles vorbei. Die Rede ist von den Arbeiten an der Gustav-Adolf-Straße in Uedem, die gemeinsam vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Niederrhein, und der Gemeinde Uedem durchgeführt werden.

Am 11. Mai des vergangenen Jahres wurde hier mit "umfangreichen Fahrbahn- und Kanalsanierungsarbeiten" begonnen, so die Schustergemeinde damals in einer Ankündigung. Kostenpunkt für die Gemeinde, die für die Arbeiten an den Nebenanlagen und den Kanälen zuständig ist: 551.000 Euro. Voraussichtliches Ende der Gesamtarbeiten: 5. Dezember 2015.

Rund neun Monate nach dem Start liegt das Projekt mehr als zehn Wochen hinter dem Zeitplan, und einen Uedemer nervt das besonders: Heinrich Verfürth. Er ist der Vater von Dieter Verfürth und jener Geschäftsinhaber des gleichnamigen Autohauses an besagter Gustav-Adolf-Straße. "Ich kann so schon nicht verstehen, warum das Ganze so lange dauert. Aber wenn ich an die Umsatzeinbußen denke, die mein Sohn dadurch hat, werde ich sauer", so der Senior.

Darauf angesprochen nennt Dieter Verfürth "wenigstens 35 Prozent", die ihm durch die Arbeiten direkt vor der Geschäftstür entgehen. "Es fährt doch keiner in die Baustelle. Unsere Kunden sagen ständig ,zu euch kommt man ja nicht hin'", berichtet der 56-Jährige. Zwar hat er extra Schilder machen lassen und rund um die Baustelle aufgehängt, sogar ein Plakat auf einem Anhänger ins Feld gestellt, dennoch merkt er die Einbußen. Gerade jene potenziellen Kunden, die sich über das Internet für ein Auto interessieren, kämen nicht bis zur Gustav-Adolf-Straße 15, weil der Durchgangsverkehr großräumig umgeleitet wird, so Verfürth. "Die denken doch, ganz Uedem ist dicht". Aus Gesprächen vor Ort will Verfürth erfahren haben, dass die Verzögerung unter anderem damit zusammenhängt, dass es schon im Vorfeld falsche Pläne gegeben habe und zum Beispiel Hausanschlüsse nicht da waren, wo sie von den Arbeitern zunächst vermutet wurden.

Wilhelm Kuypers, Medienbeauftragter des Landesbetriebs Straßenbau NRW für die Regionalniederlassung Niederrhein, Außenstelle Wesel, bietet eine andere Erklärung an: "Wir müssen es leider so deutlich sagen, aber die zuständige Firma hat in der Zeit, als sie wetterbedingt arbeiten konnte, eindeutig zu wenig Personal auf der Baustelle gehabt, dadurch ging es nicht voran." Schon im November habe man dem Unternehmen deswegen "Druck gemacht". Als der Betrieb dann reagiert und mehr Mitarbeiter nach Uedem geschickt habe, sei es zwar besser geworden, doch zuletzt habe unter anderem der Dauerregen für weiteren unplanmäßigen Aufschub gesorgt. Dann war es entweder zu kalt für den Einbau der Fahrbahndecke oder zu nass.

Zum Schluss hat Kuypers aber auch gute Nachrichten. Er teilte mit, dass man die Arbeiten an der Fahrbahndecke abgeschlossen habe und jetzt nur noch Restarbeiten anstünden. "In der nächsten Woche müssen nur noch solche Aufgaben erledigt werden wie die Ebenheitskontrolle und das Verlegen der Schachtabdeckungen auf die richtige Höhe", so der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit des Landesbetriebs.

Quelle: RP
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