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Kevelaer
Beikirchers Dialektik beim "Kabarett unterm Dach"

Kevelaer. "Das rheinische Universum ist ein Universum voller Geschichten", erklärt Konrad Beikircher, "Sobald man vor die Tür geht, begegnet man ihnen überall." Deshalb dreht sich auch in dem 14. Teil seiner rheinischen Trilogie alles um die Rheinländer, ihr Wesen und ihre Geschichten.

Diese wusste der inzwischen 71-Jährige beim "Kabarett unterm Dach" mit verschiedensten Dialekten und einer gewaltigen Bühnenpräsenz gekonnt in Szene zu setzten. Mit viel Witz und rheinischem Humor analysierte der ehemalige Gefängnispsychologe von der JVA Siegburg die regionalen Unterschiede der Temperamente der deutschen Sprache und stellte fest: "Der Niederrheiner weiß nichts, kann aber alles erklären." Und der Rheinländer "ist laut, damit niemand mitbekommt, wie leise er ist".

So bilde die Sprache eine Herausforderung für das interregionale Verständnis und sorge für viele lustige Missverständnisse. Der Kabarettist erzählt: "Die Rheinländer lieben die Bayern, aber verstehen sie nicht." Auch beantwortete Beikircher die Frage nach der Aussprache des Rheinländischen. Zuerst einmal: "Dat g als g dat gib et net", denn der Rheinländer ist sehr kreativ bei der Aussprache des "g" als "j,ch,sch oder r". Das kann man auch gerne an dem Wort "Segelflugzeugwaage" selbst ausprobieren. Und wie die Superlative gebildet werden, ist doch klar - "der Einzigste, der Allereinzigste und der Einstigste überhaupt".

Ganz nebenbei erfuhr das Publikum die Geschichte seines Werdegangs. Nach den Programmen "Himmel und Äd" und "Wie isset...Jot! - Neues zwischen Himmel und Äd" beschloss Beikircher, dass seine rheinische Trilogie länger als eine Trilogie im ursprünglichen Sinne sein sollte. Seitdem ist er auf den Bühnen Deutschlands unterwegs und moderiert das "Pasticcio musicale" der SWR-2-Musikstunde. Dazu gab es Geschichten von der Metzgerstheke nebenan, Geschichten aus der Vergangenheit und die Geschichte von zwei bedeutenden Jubiläen in den vergangenen zwei Jahren, welche im Rheinland nicht gefeiert wurden. 70 Jahre Nordrhein-Westfalen und 200 Jahre Preußen im Rheinland. Aber das "passt schon". Genauso wie die globale Debatte um die Haare des amerikanischen Präsidenten: "Wer hätte wissen können, dass aus so einem Trottel ein Präsident rauskommt?"

Eine der vielen Geschichten ist der Besuch bei einem älteren Ehepaar. "Ech weiß net, wohin met dem", überlegte die Frau lange. Beikircher stellte sich nochmals vor. Während die Frau ihre Begeisterung mit dem Ausruf "Neeee, der Beikircher" kundtat, blieb der Mann eher skeptisch und meinte: "Dat ken sin, dat der dat is. Der sieht dem ähnlich."

Ob bissige Sticheleien oder Geschichten in verschiedensten Dialekten - Beikircher begeisterte das Publikum und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Als Nächster ist Fatih Cevikkollu im "Kabarett unterm Dach" zu sehen am Samstag, 14. April, in der Begegnungsstätte mit seinem Programm "FathiMorgana".

(jaro)
 
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