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Weeze
Bild- und Klangprojekt im Museum

Weeze: Bild- und Klangprojekt im Museum
Das Canberra-Aufklärungsflugzeug ist Blickfang am Museum auf dem Airportgelände. In den Gebäuden wird es mehrere Veranstaltungen geben. FOTO: Knechten
Weeze. Ein besonderer Tag wird der 29. April am Airport Weeze sein. Dort wird es gleich mehrere Veranstaltungen geben. Im Fokus steht dabei ein ungewöhnliches Projekt von Fotograf Jan Lemitz mit Komponist Peter Gahn. Von Sebastian Latzel

Erste Probeläufe im ehemaligen Airport-Kino hat es bereits gegeben. Fotograf Jan Lemitz hat zusammen mit Komponist Peter Gahn getestet, wie das Projekt "Bilder von Kriegen" in Szene gesetzt werden kann. Sie bereiten eine besondere Ausstellung vor, die fotografisches Archivmaterial mit neu entstandenen Bildern kombiniert, die in Zusammenhang mit ziviler und militärischer Nutzung von Landschaft stehen. Auf der Bühne des Kino- und Theatersaals der ehemaligen Laarbruch-Base der Royal Air Force werden Fotografien inszeniert, die dieser Entwicklung bis heute nachspüren. Parallel dazu ist in gemeinsamer Recherche mit dem Komponisten Peter Gahn ein akustisches Archiv entstanden, dessen Tonaufnahmen dieser für die Bühne des Astra-Saals zu einem atmosphärischen Klangumfeld verdichtet.

Für die Töne war das Duo mit dem Mikrofon unterwegs und hat unter anderem aktuelle Klänge auf dem früheren Gelände der Reichswaldkaserne in Goch aufgenommen. Hier entsteht gerade ein Wohngebiet. Lemitz hat das Geräusch eingefangen, das beim Abpumpen von Wasser entsteht. Zusammen mit der Musik von Peter Gahn und den Fotografien entsteht eine ganz besondere Klang- und Bildinstallation.

Auch ein Detail eines Ausstellungsstücks wurde abgebildet. FOTO: Lemitz

Die Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 29. April Teil eines dreiteiligen Veranstaltungsreigens. Der besondere Tag im Museum wird um 11 Uhr eröffnet. Dazu werden eine Reihe von Ehrengästen erwartet.

Gezeigt wird dann auch die Sonderausstellung "Join the Royal Air Force - See the World" im Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe "Unterwegs" des Kulturraums Niederrhein. Die Versetzung an den Niederrhein war für die britischen Soldaten und ihre Familien nicht nur eine berufliche Veränderung, sondern auch der Beginn einer Entdeckungsreise durch Deutschland und Europa. In den drei Jahren, die ihr Aufenthalt durchschnittlich dauerte, bemühten sich die meisten in ihrer Freizeit, die nähere und weitere Umgebung des neuen Standorts kennenzulernen. Die britischen Soldaten waren teils junge Menschen, erstmals außerhalb von Großbritannien, teils aber auch versierte Reisende, die oft schon in vielen Regionen der Welt tätig gewesen waren.

Für die Ausstellung hat Jan Lemitz den Himmel über Weeze fotografiert. FOTO: Jan Lemitz

An dem Tag werden auch die drei Ausstellungscontainer "100 Jahre No 31 Squadron" vorgestellt. 1915 wurde die 31. Staffel der Royal Air Force in Indien aufgestellt. Daher das Staffelmotto "First into Indian Skies". Nach einer wechselvollen Geschichte, in der die Staffel vielfältige Aufgaben im Fernen Osten zu übernehmen hatte, wurde sie im März 1955 an den Niederrhein, nach Laarbruch verlegt. Hier verblieb die Staffel mit ihren Canberra-Aufklärungsflugzeugen bis 1971. Nach Ausmusterung der Canberras wechselte man den Standort nach Brüggen. Auch nach einem erneuten Wechsel des Flugzeugmusters blieb die Staffel mit Tornados in Deutschland, bis sie 2002 nach Großbritannien zurückverlegt wurde. Insgesamt war die Staffel fast die Hälfte ihrer 100-jährigen Geschichte in Deutschland eingesetzt.

Die Vernissage des Fotografen Jan Lemitz im Astra komplettiert schließlich den Tag. Ein Schwerpunkt der Bild-Recherche und Produktion für "Bilder von Kriegen" liegt auf dem Blick von oben, aus der Luft. Lemitz' künstlerische Arbeit wird in zwei weiteren Ausstellungen zu diesem Thema in Goch und Neuss fortgesetzt.

Quelle: RP
 
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