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Kevelaer
Bischofs-Insignien kommen aus Kevelaer

Kevelaer: Bischofs-Insignien kommen aus Kevelaer
Bei der Wallfahrtseröffnung war Rolf Lohmann (l.) noch Wallfahrtsrektor. Am 8. Juli wird er zum Bischof geweiht. FOTO: Evers
Kevelaer. Stab, Ring und Brustkreuz aus Silber und Ebenholz sowie die Mitra für die Weihe von Rolf Lohmann wurden in der Marienstadt gefertigt. Dass die Stücke im Wohnort des Geistlichen hergestellt werden, ist eine Besonderheit. Von Sebastian Latzel

Für Norbert van Ooyen war es eine besondere Aufgabe. Eine Aufgabe, die weit über reines Handwerk hinausgeht, die eine Herausforderung darstellte, für ihn aber auch eine echte Freunde war. "Hier hatte ich die Möglichkeit, mich als Kirchengoldschmied einzubringen. Ich durfte die Gestaltung des Bischofsstabs von der Krümme bis zur Spitze mitbestimmen", sagt der Goldschmied aus Kevelaer.

Für vier Bischöfe hat er bereits einen Stab angefertigt - unter anderem für Bischof Stefan Zekorn, der wie Lohmann Wallfahrtsrektor in Kevelaer war. Stab, Ring und Brustkreuz, Pektorale genannt, gehören zu den Insignien, die ihren Träger als Bischof ausweisen. Für Lohmann war schnell klar, welche Bilder die Insignien tragen sollen, die Gestaltung überließ er weitgehend den Goldschmieden. Sie alle kommen aus Kevelaer. Herbert Cürvers hat das Pektorale gefertigt, Georg Seegers den Ring entworfen und geschmiedet. Ausgangspunkt für Gestaltung und Material war die Schüppe des Pastors, die bei Lohmann im Arbeitszimmer steht und bei besonderen Anlässen in Gottesdiensten genutzt wird. Auch sie besteht aus dunklem Holz und hellem Metall. Das Symbol des Hirten, der für seine Gemeinde da ist, will Lohmann auch als Bischof tragen. Daher erinnert der Bischofsstab an eben jene Schüppe. Vier Bilder bilden den Knauf. Ludgerus, der erste Bischof von Münster, ist dargestellt. Ida von Herzfeld, die erste Heilige Westfalens, ist für den gebürtigen Westfalen Lohmann wichtig. Kardinal von Galen bewundert er für seine Standhaftigkeit, und Karl Leisner spiegelt die enge Verbindung zum Niederrhein wider. "Wenn ich den Stab halte, dann habe ich diese Vorbilder auf Augenhöhe und werde so an sie erinnert", sagt Lohmann.

Der silberne Ring zeigt die Heilige Familie, wie sie in einem Rosettenfenster in der Pfarrkirche von Westtünnen dargestellt ist. Dort ist die Heimatgemeinde von Lohmann. In das Bild sind ebenfalls kleine Ebenholzstücke eingelegt. Sie bilden das Kreuz im Hintergrund der Familie. "Damit wurde der ursprüngliche Gedanke, dass das Kreuz Jesu aus Holz war, in dem Ring aufgegriffen", erklärt Seegers. Mit sakralen Goldschmiedearbeiten hatte er bislang nicht viel zu tun, er hat sich in Kevelaer insbesondere mit seinem Schützensilber einen Namen gemacht. Umso größer war der Ansporn, das Bild aus dem großen Fenster in den kleinen Ring zu übertragen. Aus der Hand von Cürvers stammt das Pektorale. "Das Kreuz ist in seiner Form sehr reduziert, aber auch konzentriert. Zu Pastor Lohmann hätten keine Ornamente oder Schnörkel gepasst", erklärt er. In den Silberrahmen ist Ebenholz eingelegt. Dort, wo sich die Balken kreuzen, ist auf der Vorderseite eine plastische Darstellung der Kreuzigung Jesu zu sehen, mit Maria und Johannes am Fuß des Kreuzes. Die Rückseite zeigt Maria als Trösterin der Betrübten, die in Kevelaer verehrt wird. Alle drei Goldschmiede betonen, dass ihnen Lohmann viel Freiheit bei der Gestaltung ließ. "Wir haben natürlich die räumliche Nähe genutzt. Pastor Lohmann ist mehre Mal hier im Betrieb gewesen, um sich die Arbeit anzusehen", sagt van Ooyen. Es war auch Lohmanns Anregung, das Chi-Rho (Zeichen für Christus) in der Krümme noch stärker herauszuarbeiten.

Lohmann freut sich. "Es war mir wichtig, die Arbeiten vor Ort anfertigen zu lassen, es freut mich, dass die Handwerksmeister sich zusammengetan haben und von ihnen die Ideen kamen." Das gilt auch für die Mitra, die Kopfbedeckung des Bischofs. Sie wurde von Thomas Schmitt angefertigt. Der Spezialist für Paramente - also die liturgische Kleidung - hat ein Geschäft in Köln mit einer Filiale in Kevelaer. Die Mitra ist komplett per Hand aus Seide gewoben worden.

Auf die sieben Sakramente weisen die sieben Flammen hin, die auf dem silbernen Salbgefäß zu sehen sind, das aus der Werkstatt des Kevelaerers Wilhelm Polders stammt. Darin wird das Salböl Chrisam aufbewahrt, mit dem Jugendliche bei der Firmung gesalbt werden.

Zu den Kosten gibt es keine Angaben. Die Insignien werden vor allem über Spenden finanziert. Gläubige wollen so die Freude mit Rolf Lohmann teilen und die Verbindung mit ihm zum Ausdruck bringen.

Quelle: RP
 
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