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Kevelaer
Briefmarken verbinden Generationen

Kevelaer: Briefmarken verbinden Generationen
Jung und alt waren beim Grenzlandtauschtag im Konzert- und Bühnenhaus. Hier fachsimpelm Tarik Magin und Ludwig Reynders (v. l.). FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. Mit 65 vollbelegten Tischen, 13 Händlern aus Deutschland und den Niederlanden sowie mehr als 300 Besuchern war der 47. Grenzlandtauschtag ein Erfolg. Einnahmen der Tombola gingen zur Hälfte als Spende für einen guten Zweck. Von Christoph Kellerbach

Rund 65 Tische füllten den Saal des Konzert- und Bühnenhauses. Sie waren über und über bedeckt mit klein- und großformatigen Alben. Zahlreiche Besucher blätterten in ihnen, stets auf der Suche nach Briefmarken, Post- und Funknachrichtenkarten oder Ähnlichem, hinter dem sie bereits seit einiger Zeit her sind. Und wie man so zusammensaß, um in den geschichtsträchtigen Büchern zu forschen, wurde klar, dass auch der 47. Grenzlandtauschtag ein voller Erfolg war.

Organisiert vom Briefmarkensammler-Verein Kevelaer treffen sich traditionell am Ostermontag Jahr für Jahr Interessierte aus Deutschland, den Niederlanden und manchmal sogar dem Rest der Welt bei dem gemütlichen Beisammensein. Mit rund 13 Händlern waren auch viele Anbieter vertreten, wobei natürlich auch die einzelnen Sammler stets ihre Alben mit sich führten, um bei interessanten Funden mit anderen tauschen zu können. "Man trifft halt jedes Jahr wieder alte Bekannte", erklärte Helmut Schraets (68), Pressesprecher des Vereins. "Manche sieht man nur beim Grenzlandtauschtag, mit anderen hat man schon seit Jahren Kontakt."

Die rund 300 Besucher am zweiten Oster-Feiertag sammelten nicht nur kräftig, sie kauften auch fleißig die Lose der Tombola, die von den "Jungen Briefmarkenfreunden Kevelaer" organisiert wurde. Schraets erklärte: "Seit 25 Jahren machen wir die Tombola und verkaufen Markentütchen, in denen nicht nur ein Los, sondern auch zehn einwandfreie Sondermarken sind, handverlesen. Diese Marken bekommen wir oft als Spenden. Dazu schreibe ich das Jahr über extra europaweit verschiedene Verlage an, und dann wird das Ganze vorsortiert."

Es gab viele Gewinne, wie etwa eine Deutschland-Sammlung, verschiedene Kataloge, Einsteckbücher und mehr. Doch das war noch lange nicht alles, wie Schraets verriet: "Wir verkaufen gut 600 Tütchen pro Jahr zum Preis von 50 Cent. Dadurch gibt es gleich drei Gewinner. Zuerst den Käufer, der eben die Sondermarken und das Los bekommt, dann die Jugendgruppe, die vom Erlös profitiert. Und schließlich spenden wir jedes Mal die Hälfte des Tombola-Erlöses für kranke und benachteiligte Kinder."

Unter den Briefmarkenfreunden war am Ostermontag auch Matthias Wans (33) aus Wetten: "Ich bin mit acht oder zehn Jahren über meine Schwester, die auch sammelte, zu den Briefmarken und zum Briefmarkensammler-Verein gekommen. Es ist ja leider so, dass ich wegen meines Berufs und Sports oft nicht so viel Zeit habe, aber den Grenzlandtauschtag, den merke ich mir natürlich groß im Kalender vor." Es sei schade, dass viele junge Briefmarkenfreunde oft mit 15 Jahren weg seien vom Hobby. "Aber ich habe immer noch meinen Spaß daran."

Der Wettener sammelt Tier- und Schach-Motive sowie generell Marken aus Deutschland. "Das Sammeln ist generell schön, weil man eben dabei auch etwas über die Geschichte erfährt", erklärt der 33-Jährige. Und es sei ein guter Ausgleich zum hektischen Alltag.

Quelle: RP
 
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