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Kevelaer
Bühnenhaus wird zum Revuepalast

Kevelaer: Bühnenhaus wird zum Revuepalast
Die Songs wurden stilecht in Szene gesetzt. FOTO: Evers
Kevelaer. Der Theaterchor Niederrhein brachte das pompöse Flair des vergangenen Jahrhunderts nach Kevelaer. Die Zuschauer waren begeistert. Mehr als 100 Mitwirkende traten zweimal vor ausverkauftem Haus auf. Von Udo Spelleken

Mehr als 100 Mitwirkende, davon über zwanzig Solisten, mehr als 80 Titel in fast drei Stunden Musiktheater und zweimal ausverkauftes Haus war das Ergebnis des dritten Konzertes des Theaterchors Niederrhein im Konzert- und Bühnenhaus. Das Flair der Bühnen der Dreißiger und Vierziger, die glamouröse Zeit der UFA-Stars übermittelten die Akteure mit einem Bouquet erlesener Melodien aus Funk und Film in einer Revue mit dem Titel "Ich brauche keine Millionen". Unter der musikalischen Leitung von Tom Löwenthal und der Regie von Peter van Aar und Dorette Ploegmakers erlebten die Zuhörer klassische Unterhaltung. Während die Herren in Schwarz im Frack und Smoking mit Fliege und Zylinder eine gute Figur machten, hatten sich die Damen nach Herzenslust an der mondänen Mode und den raffinierten Accessoires der damaligen Zeit bedient. Stirnbänder, Zigarettenspitze, Perlenkette, Handschuhe und Federboa gehörten ebenso zum liebevoll ausgewählten Outfit, wie enganliegende Pagen- und Wasserwellenfrisuren oder "Herrenwinker", eine neckische Locke auf Ohrhöhe, bei der kunstvoll der Frisierstab wieder zum Einsatz kam.

Die einzelnen Abschnitte des Konzerts wurden von "Conférencières" mit erläuternden Fakten über Komponisten und die geschichtlichen Hintergründe ergänzt. In kurzweiliger, mal tempogeladener, mal sentimental melancholischer Folge ging es instrumental und vokal durch die Schlager und Filmmusik mit Ohrwürmern wie "Veronika", "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", "Heimat deine Sterne". Ganz offensichtlich steigerten sich Chor, Solisten und Salonorchester in ihrer Präsenz mit jedem Stück. Temperamentvoll führte Löwenthal durch die zum Teil anspruchsvollen Passagen. Den Akteuren schien das zu gefallen, der Musizierstil wirkte schwungvoll und freudig, mit einem exzellenten Gefühl für Rhythmus. Anja Rossmann beeindruckte mit ihrem klaren Sopran in Melodien von Paul Abraham und Jutta Stammen überzeugte mit ihrer Altstimme in "Schlafe mein Geliebter" und dem "Schlummerlied" von Theo Mackeben. Ob Melodien von Michael Jary, Peter Kreuder oder Ralph Benatzky, Chor und Solisten fanden sich in jeder Ausdrucksform zurecht. Mit Gudrun Becker "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen" kehrte für einen Moment Zarah Leander zurück. Christina Derix holte mit "Lili Marleen", zweifellos eines der bekanntesten deutschen Lieder, die unvergessene Marlene Dietrich auf die Bühne.

Begeisterter Schlussapplaus und Standing Ovations belohnten alle Mitwirkenden für einen großartigen Revueabend.

Quelle: RP
 
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