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Festival in Weeze
Bürgermeister im Parookaville-Fieber

Festival in Weeze: Bürgermeister im Parookaville-Fieber
Hans-Josef Angenendt, Chef im Wachtendonker Rathaus. FOTO: Seybert Gerhard
Weeze. Parookaville hat Auswirkungen auf den ganzen Kreis Kleve. Daher hat "Hausherr" Ulrich Francken für heute die Verwaltungschefs zu einem Rundgang eingeladen. Drei werden persönlich kommen und zeigen sich musikalisch offen. Von Sebastian Latzel

Ulrich Francken ist ganz ehrlich. "Also von dieser Musik verstehe ich nicht viel, Steve Aoki und Felix Jaehn kenne ich zwar vom Namen nach, aber normalerweise höre ich solche Musik nicht", sagt der Bürgermeister von Weeze. Eine halbe Stunde lang einen kräftigen Bass im Bauch zu spüren sei aber schon ein ganz gutes Gefühl, meint der Verwaltungs-Chef, der momentan quasi in seiner eigenen Gemeinde abgesetzt ist. Denn Bill Parooka ist derzeit Bürgermeister in Parookaville und hat mit 50.000 Untertanen auch weit mehr Einwohner als Francken in Weeze (rund 11.000).

Francken überlässt dem Kunstbürgermeister gerne für ein paar Tage das Feld. Denn er ist beeindruckt davon, was auf dem Gelände am Airport auf die Beine gestellt wurde. "Man darf bei allem nicht vergessen, dass es Weezer Jungs sind, die das Ganze organisieren. Daher hat die Veranstaltung auch einen hohen Identifikationsfaktor." Die Breitenwirkung und der Imagegewinn seien gewaltig. Die ganze Region profitiere. Auch wirtschaftlich. Fast alle Hotels zwischen Wesel und Kleve seien ausgebucht. "Ich bin stolz auf Parookaville. Es war eine riskante Geschichte, eine solche Großveranstaltung zu organisieren. Ich bin froh, dass es funktioniert", sagt Francken.

Sven Kaiser, Verwaltungsspitze aus Geldern. FOTO: Seybert Gerhard

Um auch den anderen Verwaltungs-Chefs des Kreises Kleve einen Eindruck von den Dimensionen zu verschaffen, hat Francken sie alle nach Parookaville eingeladen.

Kommen wird der Bürgermeister von Geldern. Electro-Dance-Music ist allerdings nicht so das Ding von Sven Kaiser. Er steht eher auf Pop. Der Verwaltungs-Chef bedauert immer noch, dass er keine Karten für das Coldplay-Konzert bekommen hat. Jetzt ist er heute bei Parookaville dabei. "Ich bin mal gespannt, ob die Musik etwas für mich ist", sagt er. Interessant sei vor allem, einmal zu sehen, wie eine solche Großveranstaltung organisiert wird.

Clemens Brüx, Bürgermeister von Issum. FOTO: Seybert

So sieht es auch Hans-Josef Aengenendt aus Wachtendonk. "Ich gehe da ganz offen an die Sache dran. Ich weiß noch gar nicht, was mich genau erwartet. Auf jeden Fall habe ich den Ratschlag bekommen, zum Festival lieber Ohrstöpsel mitzunehmen", sagt der Bürgermeister. Die Namen der Künstler, die auftreten, sagen ihm nichts. "Meine Musik sind eher Fleetwood Mac, Genesis oder Pink Floyd", verrät er.

Issums Bürgermeister Clemens Brüx hat sogar noch seinen Plattenspieler in Betrieb. Regelmäßig laufen darauf Scheiben von Supertramp, Beatles oder Pink Floyd. Sogar James-Last-Platten befinden sich in seiner Sammlung, die rund 300 Tonträger umfasst. Auch bei der Parookaville-Musik kennt er sich bestens aus. "Da sind ein paar tolle Sachen dabei", meint er. Seine drei Söhne beschallen regelmäßig das Haus mit den Songs der DJs. "Zwei meiner Kinder fahren auch zum Festival, und ich bin neugierig, hier vor Ort zu sehen, wie sich das Ganze präsentiert", sagt der Bürgermeister.

Die drei Bürgermeister aus dem Südkreis sind die einzigen, die aus dem Kreis Kleve kommen. Wegen der Urlaubszeit sind viele Verwaltungschefs verhindert. Der Reeser Bürgermeister etwa lässt sich entschuldigen. "Ich hätte mir das gerne angesehen, gerade auch weil wir mit dem Haldern-Festival eine ähnliche Veranstaltung haben", sagt Christoph Gerwers. Jetzt wird der Reeser Ordnungsamtsleiter Frank Postulart nach Weeze kommen und sich mit den Kollegen dort über Organisation und Sicherheitskonzept austauschen. Das Festival in Weeze sei beeindruckend, es sei toll, was da auf die Beine gestellt werde, so Gerwers. Aber er gibt zu: "Musikalisch stehe ich mehr auf Haldern Pop."

Quelle: RP
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