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Flüchtlingsmission im Mittelmeer
Dank Kevelaer aus dem Meer gerettet

Flüchtlingsmission im Mittelmeer: Dank Kevelaer aus dem Meer gerettet
Dicht gedrängt saßen die Flüchtlinge in den völlig überfüllten Booten. Sie trieben manövrierunfähig auf dem Mittelmeer. Die "Phoenix" rettete ihnen das Leben. FOTO: Florio
Kevelaer . Ein Boot rettete 200 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Auslaufen konnte es nur dank der Aktion Pro Humanität. Von Sebastian Latzel

Die Bilder gingen über Ostern um die Welt. Das Rettungsboot "My Phoenix" war mehr als 30 Stunden im Mittelmeer im Einsatz, um Menschen aus völlig überfüllten und manövrierunfähigen Schlepperbooten zu bergen. Mehr als 2000 Flüchtlinge mussten von der Organisation Moas gerettet werden. Ohne die "Phoenix" wären die meisten ertrunken.

Es ist vor allem der Hilfe vom Niederrhein zu verdanken, dass das Schiff auslaufen konnte. Eigentlich sollte das Boot nämlich erst am 1. Mai zum Einsatz kommen, weil finanzielle Mittel und Medikamente fehlten. Doch die Aktion pro Humanität (APH) sorgte gemeinsam mit der Pfarrgemeinde St. Marien und Unterstützung des Bistums dafür, dass die Phoenix bereits am 1. April starten konnte.

Elke Kleuren-Schryvers von APH hatte mit ihrem Mann Peter Tervooren auf Einladung von Moas im März an einer internationalen Konferenz auf Malta teilgenommen. Wie immer bei APH auf eigene Kosten. Auf Malta lernten die Niederrheiner auch die Moas-Gründer, das Unternehmerehepaar Christopher und Regina Catrambone kennen, die die "Phoenix" mit ihrem privaten Vermögen finanzierten.

"Wir hatten die Möglichkeit, an Bord der Phoenix zu gehen", so Elke Kleuren-Schryvers. Ein "eigenartiges Gefühl", so die Medizinerin. "Seit 2014 sind tausende Menschen hier am Ende ihrer Kräfte an Bord gekommen, haben hier gehockt, eingehüllt in diese metallisch glänzenden Folien, die vor Auskühlung schützen sollen." 350 bis 400 Menschen kauern dann an Bord, Männer und Frauen mit Kindern, zwei Außendecks, die vor Sonne und Regen schützen. Ein 20-köpfiges Team übernimmt die Erstversorgung. "Infizierte Wunden, Dehydrierung, infektiöse und infizierte Hauterkrankungen machen vielen Geretteten zu schaffen."

Hier setzte die Hilfe vom Niederrhein an. Die Pfarrgemeinde St. Marien stellte sofort 2500 Euro bereit, APH mit ihrem Partner action medeor aus Tönisvorst zusammen 10.000 Euro. Dieses Geld kommt der Krankenstation an Bord zu, um mit Medikamenten die Erstversorgung der Geretten zu sichern.

Das Bistum Münster hat über Weihbischof Stefan Zekorn und das Weltkirchenreferat in der Karwoche sofort finanzielle Unterstützung an Moas transferiert, damit das Retten und Bergen weitergehen kann. Die Erzdiözese Köln hilft, dass den Boatpeople während der gesamten Einsatzzeit eine warme Mahlzeit am Tag gereicht werden kann.

Dank der Hilfe konnte die "My Phoenix" allein Ostersonntag mehr als 450 Menschen vor dem sicheren Ertrinken retten. "Mit sauberer, trockener Kleidung, die jeder Gerettete an Bord bekommt, gewinnen die Menschen ihre Identität wieder, nachdem sie über Tage wie Vieh im Boot gestanden, gesessen oder gelegen haben", so ein Deckoffizier.

Quelle: RP
 
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