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Kevelaer
"Das Boot": Toller Theaterabend in Kevelaer

Kevelaer. Lothar-Günther Buchheims Roman "Das Boot" ist ein Klassiker. Nicht nur auf dem deutschen, sondern auch dem internationalen Literaturmarkt. Nach seinem Erscheinen 1973 wurde der Roman 1981 von Wolfgang Petersen extrem erfolgreich verfilmt, seit kurzem gibt es ein Theaterstück. Die Produktion des "a.gon Theaters München" hatte Premiere am 5. November in Waldkraiburg und war jetzt im Bühnenhaus zu sehen. Gleichzeitig war die Aufführung von "Das Boot" das, oder zumindest eines der besten, Stücke, welche dieses Jahr in der Kevelaerer Theaterstätte aufgeführt wurden. Von Christoph Kellerbach

Inszeniert von Johannes Pfeifer und besetzt mit Hardy Krüger Jr., Marco Michel und vielen weiteren ausgezeichneten Darstellern, war das Gezeigte kein Abklatsch des Films oder eine reine Kurzversion des Buches, sondern eine extrem gut akzentuierte Adaption der Vorlage, welche alle Möglichkeiten eines Theaterstücks ausreizte.

Viel dazu beitragen konnte vor allem das Bühnenbild von Pamela Schmidt. So war auf der Bühne ein kompakter Miniatur-Querschnitt des titelgebenden U-Boots platziert. Das Zusammengepferchte, das Miteinander auf kleinstem Raum und die Intimität innerhalb dieses so todbringenden wie einengenden, schwimmenden Sarges wurde dabei exzellent eingefangen. Kombiniert mit der flüssigen Inszenierung, die konsequent jedem einzelnen Charakter etwas zu tun gab, entstand dabei eine Lebendigkeit auf der Kevelaerer Bühne, die ihresgleichen suchte.

Auch die vielen Zuschauer waren voll des Lobes. "Man kann richtig gut die ständige Gefahr und die Angst sehen, mit denen die Leute damals leben mussten", fand Besucherin Isabel Schrodka (17), die sehr mochte, "wie gut hier die Emotionen auf kleinstem Raum transportiert werden". Von allen Darstellern ist Marco Michel, der die Rolle des Kriegsberichterstatters Werner inne hat, die einzige Figur, die aus den beengten Gegebenheiten des Bühnenbilds manches Mal ausbrach, während er dem Publikum die weitere Geschichte erzählte. Auch Theater-Freund Stefan Perry (65) gefiel, "die beeindruckende Art und Weise, wie die Inszenierung dieses bedrückende Gefühl innerhalb des U-Bootes umgesetzt hat. Die Schauspieler, die Atmosphäre: Alles war richtig gut".

Quelle: RP
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