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Kevelaer
Den Heyberg: Bald Traber und Chalets

Kevelaer: Den Heyberg: Bald Traber und Chalets
30 bis 36 Chalets oder Mobilheime sollen im Traberpark Platz finden. Vorgesehen ist die Fläche östlich des vorhandenen Restaurants - derzeit steht dort ein provisorisches Zelt als Anlaufstelle. FOTO: privat
Kevelaer. Statt eines Waldcampingplatzes soll es nun neben der Gaststätte des Traberparks eine Mobilheim-Siedlung geben. Die Trainer der Rennpferde haben damit kein Problem, schließlich bleibt so ihre Trainingsbahn erhalten. Von Anja Settnik

Es hat den Anschein, dass auf dem Gelände des Traberparks Twisteden wieder Ruhe eingekehrt ist. Beim Besuch der RP war von den Missstimmungen der vergangenen Jahre keine Rede mehr. Und auch nicht davon, dass die Traber-Trainer der Anlage den Rücken kehren. "Hier stehen ungefähr 100 Pferde, und wir sind alle sehr zufrieden", sagt Didier Kokkes. Der Berufstrainer meint sogar: "Besser als hier können wir es nirgendwo haben. Und ich glaube nicht, dass die Wochenendurlauber ein Problem werden."

Um jene Wochenendtouristen (oder Feriengäste) wird es in der nächsten Sitzung des Kevelaerer Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag ab 18.30 Uhr gehen. Denn auf der Tagesordnung steht das "Projekt Wochenendhausgebiet im Traberpark Den Heyberg". Der jüngste Fachausschuss hatte einstimmig die Entscheidung über das Projekt verschoben und beschlossen, die Verwaltung mit der Prüfung, wie ein Dauerwohnen verhindert werden kann, zu beauftragen. Denn an dieser Frage hatte sich ein Disput entzündet: Teile der Politik glaubten Investor Heinz Verrieth einfach nicht, dass es ihm gelingen werde, Dauerwohnen auf einem Waldcampingplatz zu verhindern. Um "Campen" mit Zelt und Wohnwagen geht es auch gar nicht mehr, vielmehr sind nun sogenannte Chalets oder Mobilheime geplant. 30 heißt es in der Drucksache, von maximal 36 spricht Verrieth.

Vorgesehen ist die Fläche östlich des vorhandenen Restaurants - derzeit steht dort ein provisorisches Zelt als Anlaufstelle zum Beispiel für Distanzreiter. Das Wäldchen im Inneren der Rennbahn, das besonders den Grünen zu wertvoll ist, um es Urlaubern zu opfern, soll hingegen ungeschoren bleiben. Wie berichtet, dürfen dort künftig Feldbogenschützen ihrem Sport frönen. "Zunächst nur in einem kleinen Parcours, für den sie keine baulichen Anlagen brauchen, sondern nur mobile Schießplätze. Die vorhandenen Wälle reichen dabei als Fangschutz aus. Für künftige feste Schießstände müssen wir den Flächennutzungsplan ändern", erklärt Franz Heckens (Stadtplanung).

Laut Heinz Verrieth soll es für den Chalet-Park einen Betreiber geben, der Sorge dafür zu tragen hat, dass sich Gäste nur für ein paar Tage einmieten. Wer dauerhaft bleibe, handele rechtswidrig, droht die Verwaltung. Begegnet werden könne dieser Gefahr durch Maßnahmen der Bauleitplanung und des Bauordnungsrechts sowie des Melderechts.

Viel wichtiger: Die Besitzer und Trainer der Traber können sowohl ihre Außenbahnen im Wald als auch die Trainingsbahn weiterhin uneingeschränkt nutzen. Die inzwischen verworfene Idee eines Waldcampingplatzes wäre mit einer deutlichen Verkleinerung der Rennbahn einher gegangen. "Diese Anlage ist einmalig, sie bietet optimale Trainingsbedingungen", sagt Jacqueline Jansen, die mit ihrem Lebensgefährten Didier Kokkes 17 Pferde versorgt. Die Traber des Niederländers, die entspannt oder mit Tempo den Sulky hinter sich her ziehen, werden in Twisteden fit gemacht für Dinslaken, Mönchengladbach und Gelsenkirchen. Die Krise im Trabrennsport scheint zumindest in der Region überwunden.

Quelle: RP
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