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Weeze
Den Rettern über die Schulter geschaut

Weeze: Den Rettern über die Schulter geschaut
Rettungshund im Einsatz: Bei der Übung versteckten sich Helfer in den Trümmerhaufen. Der Hund musste die "Verschütteten" suchen. Das gelang ihm jedes Mal. Diese Vorführung lockte besonders viele Besucher an. FOTO: Gerhard Seybert
Weeze. In Weeze trainieren Rettungskräfte und Hilfsorganisationen aus aller Welt auf der Training Base. Am Samstag zeigten sie Besuchern, was sie da genau machen: Rettungshunde, Feuerwehr und Höhenretter mit Aktionen und Vorführungen. Von Thorben Kleinstäuber

Einmal den eigenen Helden bei der Arbeit über die Schulter schauen und hautnah dabei sein: Die Gelegenheit dazu hatten die Besucher der Training Base Weeze am Samstag. Die hat ihre Tore geöffnet und damit mal spannende Einblicke in die Arbeit von Hilfsorganisationen und Rettungsverbänden gegeben.

Sechs Stunden lang konnten die Besucher beim Training auf dem ehemaligen Gelände der britischen Luftwaffe - der Royal Air Force - zusehen. Bei bestem Wetter nutzten vor allem viele Familien diese besondere Möglichkeit.

Die Training Base bietet jedes Jahr rund 20.000 Teilnehmern aus aller Welt die Möglichkeit, sich bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Polizei, dem Militär oder anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen aus- und weiterzubilden. Außerdem findet auf dem rund 40 Hektar großen Übungsgelände der regelmäßige Trainingsbetrieb verschiedener Vereine statt. In mehr als 100 Gebäuden, von denen in vielen der Löscheinsatz mit echtem Feuer geübt wird, und von denen einige Trümmerobjekte sind, wird auf einem möglichst realitätsnahen, weitläufigem Areal trainiert.

Am Samstag war das Gelände jedoch, um den Besucherstrom zu bündeln, verkleinert worden. Dennoch bot das Trainingszentrum auch für die Besucher ein vielseitiges Programm: In regelmäßigen Abständen konnten Vorführungen verschiedener Vereine bestaunt werden. So bot die Feuerwehr Shows zur technischen Hilfe, zu Wohnungsbränden oder Einsatzmöglichkeiten des Flughafenlöschfahrzeugs "Panther" an, der ab Herbst auch zum regelmäßigen Trainingsbetrieb der Training Base gehört.

Besonders viele Zuschauer lockte die Vorführung des Bundesverbandes für Rettungshunde an: In großen Trümmerhaufen versteckten sich Helfer in großen Spalten. Die Rettungshunde mussten die "Verschütteten" suchen, was ihnen immer wieder gelang. Eine besondere Aktion gab es für die Kinder und war für sie zum Anfassen: Bei den Höhenrettern konnten die Kleinen an Strickleitern oder auf Kästen, natürlich immer mit Seil und Helm von den Profis ausgestattet, bis zu 20 Meter in die Höhe klettern.

Das Gelände der Training Base, die sogenannte Rescue City, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für die damals dort stationierte Royal Air Force errichtet worden. Nachdem diese 1995 geschlossen worden war, kaufte 2002 eine niederländische Investorengruppe das Gelände. Seitdem wird die Fläche nahe des Weezer Flughafens von beiden Seiten der Grenze zu Übungszwecken genutzt. Bei Würstchen und einem Getränk endete für viele der Besucher schließlich ein schöner Familientag. Und wer weiß: Vielleicht hat das ein oder andere Kind ja an diesem Tag seinen späteren Traumberuf gefunden.

Quelle: RP
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