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Weeze
Der Aufzug kommt – später

Weeze. Um die Fassade nicht mehrmals aufreißen zu müssen, hat die Gemeinde Weeze den zwingend notwendigen Einbau eines Aufzugs ins Rathaus aufgeschoben. Geld steht im Haushalt bereit, Energiekonzept wird bald vorgestellt. Von Anja Settnik

Ratssitzungen sind öffentlich. Um daran teilnehmen zu können, ist es nötig, den Ratssaal zu erreichen. Das ist derzeit in Weeze für behinderte und alte Menschen schwierig, weswegen seit geraumer Zeit ein Aufzug angemahnt wird. Zwar würden die Mitarbeiter der Verwaltung, wenn jemand darauf bestehe, einen Gehbehinderten auch bis nach oben tragen, merkt Kämmerer Johannes Peters an. Ihm ist aber klar, dass dies für den Gehandicapten nicht angenehm wäre. "Es ist klar, dass wir den Aufzug brauchen, und die Mittel dafür stehen auch im Haushalt."

Klage vor Verwaltungsgericht

Eigentlich hätte der Lift schon eingebaut werden sollen, doch der Rat hat beschlossen, die Maßnahme im Zusammenhang mit der geplanten energetischen Sanierung umzusetzen. "Es wäre wirtschaftlich unsinnig, die Fassade vorne aufzureißen und den Aufzug einzubauen, um einige Zeit später die Gebäudehülle ein zweites Mal zu verändern." Zur Erinnerung: Nach dem Ratsbürgerbegehren zum Rathausumbau hatte es durch die Bürgerinitiative eine Klage vor dem Verwaltungsgericht gegeben. Ergebnis war ein Vergleich, in dem die Kommune sich verpflichten musste, auch ohne aufwändigen Umbau Aufzug, Brandschutz und Glasfassade zu sanieren.

300 000 Euro sind für die Gesamtmaßnahme eingeplant, knapp 100 000 Euro wird der Aufzug kosten. Wilhelm Moll-Tönnissen, Fachbereichsleiter Bauen, erklärt, um eine Förderung zu erhalten, müsse durch die Sanierung eine CO2-Ersparnis von 70 Prozent erreicht werden. Die Gemeinde sei zuversichtlich. Das Planungsbüro, das das Energiekonzept erstellt, habe schon vor Beginn der Untersuchungen am Baukörper signalisiert, dass damit gerechnet werde. Moll-Tönnesen: "Die Bestandserhebung samt notwendiger Messungen und Prüfungen ist abgeschlossen, für die Ausarbeitung hat das Büro noch etwas Zeit." Die Gemeinde wolle dem Bauausschuss am 27. April erste Ergebnisse vorlegen. "In die Umsetzung wird dann auch der Aufzug einbezogen." Dessen Einbau ist Pflicht.

Das Klimaschutzprojekt will erneuerbare Energien berücksichtigen. CO2-Neutralität ist das vom Bundesumweltministerium angestrebte und mit Förderung belohnte Ziel energetischer Sanierungen öffentlicher Gebäude. Das Weezer Modellprojekt will auch Bürger für den Klimaschutz sensibilisieren.

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Quelle: RP
 
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