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Weeze
Der Flughafen der Mega-Festivals

Weeze: Der Flughafen der Mega-Festivals
FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Weeze. Mit dem Parookaville-Festival findet im Juli das nächste Groß-Festival seine Heimat auf dem Airport-Gelände. Damit wird die lange Geschichte der Open-Airs fortgesetzt, die mit Bizarre und Bands wie Coldplay begann. Von Sebastian Latzel

Das Bizarre-Festival gilt noch heute als das größte Open Air in der "Alternative"-Musik-Szene. Auf der Loreley-Bühne begann die Geschichte des Mega-Festivals, zu Ende ging die Bizarre-Ära dann auf dem Flughafen in Weeze. Hier fand das Spektakel von 2000 bis 2002 statt und schließlich auch ihr Ende. Denn nach Streitigkeiten um die Rechte am Namen "Bizarre Festival" wurde das Riesenkonzert noch einmal unter den Titel Terremoto organisiert, dann war endgültig Schluss. Bands wie Coldplay, die Ärzte, die Toten Hosen oder Muse hatten auf dem Flugplatz gespielt und regelmäßig mehrere zehntausend Fans angezogen.

Die Fans schätzten vor allem das verzweigte Gelände mit begehbaren Hangars, die das besondere Flair ausmachten. Ab 2003 starteten dann wieder Flugzeuge von Weeze aus, das Terremoto-Festival fand daher schon auf dem Nebengelände statt.

Auch wenn erst einmal Schluss mit den härteren Klängen war, blieb die Anlage Festival-Ort, was Geschäftsführer Ludger van Bebber freut: "Einmal sind die Konzerte für uns natürlich wirtschaftlich interessant, weil sie Erträge aus dem Nebengelände generieren. Wichtiger ist aber, dass die Veranstaltungen unheimlich gut für das Image sind." Dadurch werde der Flughafen bekannt, die ganze Region profitiere durch die Übernachtungen. Auch die Gastronomie freue sich über die zahlreichen zusätzlichen Gäste.

Q-Base hieß das nächste Großereignis, das mit Größen aus der Elektro-Szene die Musikfans lockte. Auch wenn die Namen wie DJ Ghost oder Activator nur Insidern etwas sagen, kamen die Besucher in Scharen. Vor allem aus dem Nachbarland. Zur Premiere im Jahr 2004 waren von den 25 000 Besuchern 20 000 aus Holland. Kein Wunder, dass van Bebber sagt: "Für uns war auch der euregionale Ansatz immer ganz wichtig, für den Airport wie für die Festivals ist die Niederlande eine ganz wichtige Region."

Q-Base gibt es immer noch, im vergangenen Jahr kamen stolze 50 000 Besucher, und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch 2015 wird die Techno-Szene zu Gast sein.

Im Juli wird es zudem ein ganz neues Open-Air geben. Dann findet das Parookaville-Festival auf dem Airport statt. Top-Acts sind dann Alesso, Armin van Buuren oder Robin Schulz.

Die Vielfalt auf dem Gelände ist offenbar Programm. Das zeigt auch die Tatsache, dass schon Nena in Weeze auftrat und beim Jubiläum von Haus Freudenberg im Jahr 2008 immerhin 3000 Zuschauer zog. Etwas weniger kamen dann, als Schlager-Barde Michael Wendler zwei Jahre später auf dem Gelände spielte. Und als 2013 die in Polen sehr bekannte blonde Sängerin "Doda", die hier kaum jemand kennt, auftrat, kamen immerhin auch mehr als 2000 Fans.

"Die Begleitung dieser Festivals ist eine interessante und abwechslungsreiche Aufgabe", sagt Weezes Ordnungsamtsleiter Georg Koenen. Natürlich bedeute so etwas viel zusätzliche Arbeit, aber umso schöner sei dann das Gefühl, wenn es Lob für eine geklungene Veranstaltung gab. Auch für ihn ist der Werbefaktor wichtig. "Der Ort wird dadurch überregional bekannt, der Airport auch, zudem profitieren Gastronomie und Hotels von solchen Events." Für van Bebber sind die Festivals auch ein Instrument, um die Region bei jüngerem Publikum, bekannt zu machen. Das sei auf Dauer ein wichtiger Standortfaktor. Gerade, wenn es auch noch eine Hochschule in der Region gibt.

Quelle: RP
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