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Kevelaer
Der Gocher Müll ist der teuerste im Kreis Kleve

Kevelaer: Der Gocher Müll ist der teuerste im Kreis Kleve
FOTO: pixabay
Kevelaer. Kein Bürger zahlt gerne Steuern und Gebühren, zumal nicht immer durchsichtig ist, was er dafür eigentlich "bekommt". Zudem ärgern sich viele darüber, dass zwar in der eigenen Stadt der Müll genauso wie in den Nachbarkommunen abgeholt oder das Abwasser entsorgt wird, die Kosten dafür aber ziemlich unterschiedlich sind. Von Anja Settnik

Regelmäßig veröffentlicht der Bund der Steuerzahler eine Aufstellung über die aktuell geltenden Gebühren. Auch jetzt hat Heinz Wirz, der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes Nordrhein-Westfalen, die Daten wieder veröffentlicht.

Abfall- und Abwassergebühren müssen Verbraucher entrichten, können die Kosten dafür allenfalls über die Wahl der Müllgefäße oder den Wasserverbrauch steuern. Auswärts einkaufen können sie die Dienstleistung nicht: Wer in einer "teuren" Kommune lebt, muss sich mit deren Gebührenordnung abfinden.

Zum Beispiel als Gocher, der besonders intensiv zur Kasse gebeten wird. Die Bewohner des Nachbarortes Uedem kommen erheblich günstiger davon.

Der Bund der Steuerzahler nimmt als Modellgrundlage eine vierköpfige Familie an, die für den Restmüll ein 120-Liter-Gefäß nutzt, das 14-tägig geleert wird, und ein 120-Liter Bioabfall-Gefäß - ebenfalls bei 14-tägigem Abfuhrrhythmus. Die Entsorgung von Papiermüll "in haushaltsüblichen Mengen" ist einbezogen. Dabei kommt heraus:

Goch ist im Kreis Kleve die teuerste Kommune, dort fallen für den vierköpfigen Haushalt 381,70 Euro an Müllgebühren an, in Uedem sind es nur 230 Euro. Bedburg-Hau mit 264 sowie Weeze und Rees mit je 280 oder Kranenburg mit 288 Euro gehören ebenfalls zu den günstigeren Kommunen, es folgen Kleve mit 293 Euro und Kalkar mit 303 Euro im Mittelfeld; Goch ist Ausreißer nach oben. Blickt man über die Kreisgrenze hinweg, gibt es allerdings noch deutlich teurere Gemeinden: In Münster werden 564 Euro fällig - das ist landesweit der Spitzenwert, auch Selm im Kreis Unna (521) oder Alpen im Nachbarkreis Wesel (498) greifen ihren Bürgern tief in die Taschen. Das soll unter anderem mit der teuren Müllverbrennungsanlage Asdonkshof in Kamp-Lintfort zu tun haben. Welche Verbrennungsgebühren diese und andere Anlagen von den Kommunen verlangen, wird allerdings unter Verschluss gehalten. Ein Punkt, den der Steuerzahlerbund seit Jahren bemängelt.

Nur wenige Städte oder Gemeinden wiegen den Restmüll, um faire Gebühren zu ermitteln. Eher wird nach der Anzahl der Köpfe im Haushalt unterschieden. Bleibt ein Paar zum Beispiel in Goch zu zweit, so kostet der Restmüll für die beiden pro Jahr 102,50 Euro, in Kalkar 78, in Kranenburg jedoch 136 Euro. Weeze und Uedem, im Familienvergleich günstige Kommunen, nehmen für die 120-Liter-Restmülltonne 185 beziehungsweise 177 Euro. Kinder oder andere Mitbewohner schlagen offenbar nicht mit Zusatzkosten zu Buche. Anders in Goch: Dort kommen pro zusätzlicher Person 33,60 Euro dazu.

Aus den entsprechenden Fachabteilungen wird zum einen argumentiert, es sei gerechter, wie in Goch pro Person abzurechnen, andere Kommunen (etwa Weeze) finden, Familien, die den Müll gut trennten und auf Müllvermeidung achteten, sollten ruhig belohnt werden, wenn sie auch zu viert oder zu fünft mit der 120-Liter-Tonne auskämen. "Wir vergewissern uns, dass sauber sortiert wird und dass Abfälle auch nicht anderswohin entsorgt werden", sagt Weezes Kämmerer Johannes Peters. Zu ermitteln, wie viele Personen zu einem Haushalt gehören, sei zudem mit viel personellem Aufwand verbunden. Verstorbene werden abgemeldet, für Studenten mit Zweitwohnsitz gibt es Befreiungsanträge, ein Partner kommt hinzu, ein anderer zieht aus - viel Verwaltungsaufwand.

Quelle: RP
 
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