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Kevelaer
Der nächste Schritt zum Solepark

Kevelaer: Der nächste Schritt zum Solepark
Die "Hüls" aus der Luft, rechts vorne ist das "Bohrloch" für die Heilquelle zu sehen. FOTO: Seybert
Kevelaer. Nach heftiger Debatte hat der Ausschuss den Förderantrag für die Hüls auf den Weg gebracht. Von Sebastian Latzel

Es ging eigentlich nur um den Beschluss, den Förderantrag für den Pilger- und Solepark auch offiziell auf den Weg zu bringen. Eigentlich. Denn die Diskussion im extra eingeschobenen Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung geriet noch einmal zur Grundsatzdebatte über den Park allgemein und das Gradierwerk im Besonderen. Für die FDP, die das Projekt bekanntlich kritisch sieht, wies Wilhelm Gerats noch einmal darauf hin, dass die Stadt Kevelaer das Defizit übernehmen müsse, wenn die Anlage nicht kostendeckend sei. Die Grünen, ebenfalls Gegner des Gradierwerks, wollten gar schon wissen, wie hoch denn dieses Defizit ausfallen werde.

Doch exakte Zahlen und Daten waren eigentlich gar nicht das Thema, denn es ging nicht um konkrete Planungen, sondern darum, den Förderantrag grundsätzlich auf den Weg zu bringen. Paul Schaffers von der CDU bat daher darum, die Sache jetzt nicht noch zu zerreden, sondern die Chance zu nutzen. Schließlich gehe es hier um eine Fördersumme von 1,8 Millionen Euro. Als Gesamtausgaben für den Sole- und Pilgerpark sind rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Der Zuschuss ist über das Förderprogramm "Erlebnis NRW - Tourismuswirtschaft stärken" in Aussicht gestellt worden. Kevelaer hatte sich mit seiner Bewerbung gegen zahlreiche andere Projekte durchgesetzt. Gerade das Thema "Gesund an Leib und Seele", also die Verbindung von spirituellen, touristischen und medizinischen Gesichtspunkten, habe bei der Bewerbung überzeugt, so Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Das Gradierwerk selbst hätte nie eine Förderung bekommen. Jetzt müsse der Förderantrag auch offiziell gestellt werden, appellierte er an die Politiker.

Die freilich hatten noch eine Menge Fragen.

Heinz-Josef van Aaken von der KBV wollte wissen, ob die Kirche denn jetzt mit im Boot sei. Er verwies darauf, dass es von Seiten von St. Marien einen kritischen Brief zu dem Projekt gegeben habe. Bruns erläuterte, dass es richtig sei, dass zum Zeitpunkt der Bewerbung die Kirche den "Letter of Intent" (Absichtserklärung) noch nicht unterschrieben habe. Inzwischen werde von Seiten von St. Marien aber deutlich gemacht, dass man das Projekt inhaltlich unterstützen und weiterentwickeln wolle. Eine finanzielle Unterstützung werde es von Kirchenseite aber nicht geben. Ralf Angenendt (SPD) sah in dem Brief der Kirche eine klare Distanzierung zum Projekt, zudem fehlt ihm ein Ansatz für Jugendliche im Antrag. "Auch wird nicht deutlich, wie die Bürger beteiligt werden sollen."

Ulrich Hünerbein-Ahlers von den Grünen führte aus, dass die Kirchenvertreter ihre Ablehnung nicht schriftlich widerrufen hätten. Er habe den Eindruck, dass St. Marien weiter gegen das Projekt sei.

Angesichts der Debatte platzte Bürgermeister Dominik Pichler ein wenig der Kragen. "Wenn ich mit Leuten spreche, brauche ich keine schriftliche Bestätigung für ihre Aussagen. Fakt ist, dass der Diskussionsstand im Kirchenvorstand ein anderer als vor sechs Monaten ist." Worauf wolle man jetzt noch warten?, fragte er. "Müssen wir jetzt mit aller Gewalt Bedenken herbeizaubern? Ich denke nicht. Ich finde das schade. Das ist hier ein wichtiges Projekt, das die Stadt voranbringen wird."

Auch Beate Clasen (CDU) konnte die ganze Diskussion nicht nachvollziehen. "Warum soll das jetzt hier in Klein-klein zerredet werden? Wenn wir den Förderantrag nicht auf den Weg bringen, dann fangen wir wieder bei Null an." Und ohne die Förderung könne man das ganze Projekt einstampfen. Sie wies darauf hin, dass schließlich Kevelaer von der Sache profitiere. "Das wird ja kein Gradierwerk to go, sondern es bleibt hier. Das wird keine Konkurrenzveranstaltung, sondern gut für ganz Kevelaer sein."

Schließlich stimmte der Ausschuss mit großer Mehrheit dafür, den Antrag auf den Weg zu bringen.

Quelle: RP
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