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Kevelaer
Die Brückenstraße braucht eine neue Perspektive

Kevelaer. Seit sie nicht einmal mehr Dauer-Parkplatz ist, wirkt die Gocher Straße umso verlassener. Zahlreiche Ladenlokale stehen leer. Von Anja Settnik

Es ist nur ein Umzug, das steht deutlich auf den Schildern im Schaufenster: Moden Peters, eine alteingesessene Adresse für schicke Damenkleidung, wird künftig nicht mehr an der Brückenstraße/Einmündung Wiesenstraße zu finden sein. Inhaberin Christel Hetzel-Scholten hat für ihr Geschäft einen besseren Standort gefunden: am Ende der Straße, gleich am Markt. "Dort kommt mehr Laufkundschaft hin, so hoffe ich, neben den Stammkundinnen auch weitere Frauen, vielleicht auch jüngere, anzusprechen."

Wenn die Einzelhändlerin aus ihrer Ladentür blickt, sieht sie Leerstände und einigen "Rummel", wie sie sagt: Immerhin: Gleich gegenüber tut sich was, da wurde renoviert. "Was da rein kommt, weiß ich allerdings nicht." Auf der Brückenstraße gibt es aber nach wie vor einige heimische Fachgeschäfte wie Betten Peters, das Einrichtungshaus Kracht-Hübbers oder Waffen Schmitt. Viel Zulauf hat auch die Bäckerei Heicks. Ansonsten sind vor allem Dienstleistungen aller Art anzutreffen: Ärzte, Friseure, Versicherungen, Lotto und die Sparkasse, nicht zu vergessen. Das Geld, das der Gocher dort vielleicht gerade abgeholt hat, gleich in der Nachbarschaft auszugeben, ist jedoch nicht einfach. Zumal nur der mittlere Teil der Brückenstraße noch vergleichsweise gut funktioniert. Weiter Richtung Markt gibt es noch die Park Apotheke und sonst nicht mehr viel.

Seit die Parkgebühren eingeführt wurden, kommen deutlich weniger Kunden, stellt Apotheker-Assistent Reinhard Fothen fest. "Die kostenlose Fünf-Minuten-Taste reicht nicht aus, bezahlen wollen viele Leute nicht. Zum Glück haben wir zwei eigene Parkplätze neben dem Haus."

Auf der anderen Straßenseite fallen sowohl prachtvoll renovierte Villen als auch - gleich nebenan - vernachlässigte, weitgehend leerstehende alte Häuser ins Auge. Gleich drei Gebäude vor dem Weg zur Susbrücke scheinen aufgegeben; die Ladenlokale stehen leer, die Wohnungen darüber scheinen unbewohnt. Die Substanz der ehemals großzügigen Stadthäuser ist bröckelig und schmuddelig. Es heißt, sie sollen bald abgerissen werden.

Stadtsprecher Torsten Matenaers weiß, dass es einen Investor für eine Nachfolgelösung gibt: "Da wird irgendwann etwas passieren, was konkret, kann ich im Moment nicht sagen." Auch Stadtbaurat Klaus Krantz blickt aus seinem Büro hoch oben im Rathaus gerne Richtung Niers und deutet Pläne für die bislang wenig attraktive Hinterhofsituation im Bereich zwischen Brückenstraße und Susbrücke an. Dort kann und muss sich städtebaulich etwas tun, findet er. Gut vorstellbar, dass ein Abriss alter Häuser die Möglichkeiten schaffen würde. Karin Arntz vom Vorstand des Gocher Werberings, die die Einführung der Parkgebühren mitgetragen hat, wünscht sich bei diesem Thema nun doch Änderungen: "Die Regelungen sind für Anwohner und Mitarbeiter nicht gut, ich hoffe, da wird noch mal was geändert", sagt sie. Viele Gocher lehnten die Parkgebühren ab.

Quelle: RP
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