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Kevelaer
Die Öffnung am Sonntag im Vergleich

Kevelaer: Die Öffnung am Sonntag im Vergleich
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Kevelaer/Rees. Bei der Kritik an der momentanen Sonntagsregelung in Kevelaer verweisen viele auf die Stadt Rees auf der anderen Rheinseite. Hier sei alles besser geregelt, heißt es. Dabei gilt hier die gleiche gesetzliche Grundlage. Von Sebastian Latzel

Morgen ist die ganze Sache ausnahmsweise klar: Der Sonntag ist "regulärer" verkaufsoffener Sonntag. Dann dürfen alle Geschäfte in der Innenstadt öffnen. In der Woche darauf werden die Kunden dann wieder vor zahlreichen geschlossenen Türen stehen. Keine Frage: Die im Sommer beschlossene Regelung zur Sonntagsöffnung in der Marienstadt sorgt weiter für Diskussionen. "Dabei setzen wir nur um, was gesetzlich geregelt ist. Wir können gar nicht anders", sagt Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. In der Debatte war immer wieder zu hören, dass die Sache in anderen Städten anders gehandhabt werde. "Warum wird das nicht wie in Rees gemacht?", hatte es bei der RP-Umfrage in Kevelaer geheißen. Das ist Anlass, nachzufragen, wie die Regelung in der Kommune auf der anderen Rheinseite ist.

Während Kevelaer die Verordnung zu den Öffnungszeiten gerade neu geregelt hat, ist diese in Rees seit 2008 in Kraft. Damals wurde die Kommune "staatlich anerkannter Ausflugsort". Damit ergab sich die Möglichkeit, die Öffnung am Sonntag auszudehnen. Bis dahin gab es nur die regulären vier verkaufsoffenen Sonntage. Mit der neuen Satzung können einige Geschäfte jetzt an 40 Sonntagen öffnen. Die Regelung, wer öffnen darf, ist identisch zu Kevelaer: Verkauft werden dürfen nur ortstypische Waren sowie Artikel zum sofortigen Verzehr, frische Früchte, Tabakwaren, Blumen und Zeitungen.

FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Seitdem hat eine Reihe von Geschäften in Rees regelmäßig auf. Unter anderem auch die "Bücherecke". Inhaberin ist Renate Bartmann, die auch Vorsitzende der Reeser Werbegemeinschaft ist. "Die Sonntagsöffnung ist eine Supersache und wird von den Besuchern der Stadt sehr gut angenommen", berichtet sie. Die Geschäftsfrau würde sich wünschen, dass noch mehr Läden öffnen. Dann werde die Stadt am Rhein noch attraktiver. Die "Bücherecke" darf öffnen, weil dort Andenken, Fahrradkarten oder Niederrheinbücher verkauft werden, eben Dinge, die typisch für Rees sind. Unter anderem hat auch ein Bekleidungsgeschäft geöffnet, weil das Geschäftslokal auch eine Art Galerie ist.

"Wir haben mit der Regelung bei uns gute Erfahrungen gemacht", sagt der Reeser Wirtschaftsförderer Ludger Beltermann. Ohnehin gebe die Stadt nur den Rahmen vor. Ob jemand öffne, sei den Geschäftsleuten selbst überlassen. In der Kommune haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, nur an Sonntagen und nicht an Feiertagen zu öffnen. Das ist ein Unterschied zu Kevelaer. Hier legt die Verordnung fest, dass auch am 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, am 3. Oktober und Allerheiligen geöffnet werden darf. Identisch ist die Regelung in den Kommunen was Ostersonntag und Pfingstmontag angeht. Hier ist in beiden Städten eine Öffnung tabu, mit Rücksicht auf die Kirche.

Der Start der "Öffnungssaison" unterscheidet sich: In Rees geht es im März los, zum Frühlingsanfang. In Kevelaer Ende April zum Start der Wallfahrtssaison. Vertreter der Marienstadt wollen im Gespräch mit dem Ministerium erreichen, dass es, was den Begriff "ortstypisch" angeht, eine Regelung gibt, die den "besonderen Wünschen der Gäste und Wallfahrer Rechnung trägt", wie Bruns sagt. Das Ministerium müsse das aber rechtssicher regeln.

Quelle: RP
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