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Kevelaer
Die Polizei ist zurück im Rathaus

Kevelaer: Die Polizei ist zurück im Rathaus
Wachleiter Johann van Rennings zeigt mit Mario Schöneich (l.) und Stefan Kall (r.) dem Landrat Wolfgang Spreen die Zentrale in der neuen Polizeiwache. FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Im Zuge der Verwaltungsumbauten am Peter-Plümpe-Platz ist auch die Wache kernsaniert worden. Gestern sind die neuen Räume vorgestellt und eingesegnet worden. Im Fokus steht die besondere Situation eines Wallfahrtsortes. Von Sebastian Latzel

Nicht so viel Aufregung wünschte Sozialdezernent Marc Buchholz als Vertreter des Bürgermeisters den Beamten zur Einweihung der neuen Polizeiwache. "Denn Aufregung hatten wir in Kevelaer ja in letzter Zeit genug", meinte er mit Blick auf die Automatensprengungen in der Region. Wie berichtet, gab es allein in der Marienstadt zwei Sprengungen von Geldautomaten in den vergangenen Wochen: in Twisteden und Winnekendonk. Natürlich war die Serie auch Thema bei der Präsentation der neuen Räume, und Wachleiter Johann van Rennings betonte, wie intensiv die Beamten gerade wegen der Vorfälle im Einsatz seien. "Die Kollegen sind verstärkt an den Automaten vorbeigefahren, aber wir können einfach nicht an allen Stellen gleichzeitig sein", betonte er.

Die Präsenz rund um die Uhr ist weiterhin ein wichtiger Baustein der Polizeiwache. Das Gebäude ist nachts zwar nicht besetzt, aber dann sind Streifenwagen im Stadtgebiet unterwegs. "Wir wollen dann keine Kräfte in der Wache binden, sinnvoller ist, dass sie draußen auf den Straßen unterwegs sind", erläutert der Wachleiter das Konzept.

Damit die Präsenz rund um die Uhr gewährleistet ist, ist das Personal vor drei Jahren um vier Kräfte aufgestockt worden. 26 Beamte tun seitdem in der Polizeiwache Dienst, die jetzt komplett sanierte Räume bekommen hat. In Zusammenhang mit der Modernisierung des Rathauses war auch die Sanierung der Polizei diskutiert worden. Polizei und Verwaltung sind nämlich seit jeher Partner im Gebäude, "und daher war es uns eine Herzensangelegenheit, dass die Polizei auch in dem Gebäude bleibt", erläutert Buchholz. Seit 1973 schon ist die Wache in dem Verwaltungsgebäude. Die Verbindung sei ideal und habe sich bewährt, meinte Landrat Wolfgang Spreen, der auch Polizei-Chef des Kreises ist. "So gibt es kurze Wege und einen unmittelbaren Kontakt zwischen Polizei und Verwaltung."

Wichtig sei auch, dass die Wache mitten in der Stadt als Anlaufstation für die vielen Pilger zur Verfügung stehe. Die Verantwortlichen hatten im Zuge des Umbaus auch immer auf die besondere Situation in Kevelaer hingewiesen. Fast eine Millionen Wallfahrer kommen in die Stadt. "Hinzu kommen auch noch 100.000 Besucher des Freizeitparks Twisteden. Wenn wir das runterbrechen auf Einwohnerzahlen, dann hat Kevelaer schon die Dimension einer mittleren Großstadt", sagt Marc Buchholz. Pastor Rolf Lohmann bedankte sich, dass die Behörden die besondere Situation von Kevelaer als Pilgerstadt im Hinterkopf hätten. "Wichtig ist, dass die Pilger Kevelaer als gastlichen, aber auch als sicheren Ort erleben", sagte der Geistliche, bevor er die neuen Räume einsegnete.

Die bieten den neuesten energetischen, aber auch Sicherheitsstandard. Gewahrsamszellen gibt es allerdings nicht. Die seien einfach ein zu hoher Kostenfaktor.

Zwei Jahre war die Polizei während des Umbaus in das Alte Rathaus ausgelagert. Eigentlich sollte die Wache zeitgleich mit dem kernsanierten Rathaus wieder eröffnet werden. Doch wegen der besondern Sicherheitsanforderungen hatte sich der Termin etwas verzögert.

Quelle: RP
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