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Kevelaer
Diebels live: Insolvenzantrag gestellt

Kevelaer: Diebels live: Insolvenzantrag gestellt
Schicht im Schacht: Ab sofort ist das Diebels live geschlossen. FOTO: Seybert
Kevelaer. Seit gestern ist die Tür des XXL-Gastro-Tempels geschlossen. Nach sieben Monaten gibt Geschäftsführer Michael Romeyke den Betrieb auf, nachdem auch die Wochenend-Umsätze rückläufig waren. Sieben Festangestellte entlassen. Von Lutz Küppers

Der nächste Akt im Trauerspiel rund um das Diebels live in Issum ist abgeschlossen. Nach der "Ära Kötting" muss nun auch Nachfolger Michael Romeyke das Schild mit dem Begriff "Geschlossen" in die Tür hängen. "Es macht einfach keinen Sinn mehr, der Betrieb ist unwirtschaftlich. Daher habe ich jetzt den Insolvenzantrag gestellt", so der verdammt traurig klingende Gastronom, dessen Traum von der Selbstständigkeit damit in finanzieller Schieflage endet. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Ende ohne Schrecken", so der erfahrene Romeyke weiter.

Gleich zwei Hauptgründe sind es, die ihn zur Aufgabe zwingen. Zum einen habe der Standort offenbar kein Potenzial "für einen Betrieb dieser Größe". Ein Betrieb, der auch bei 30 Gästen noch relativ leer und damit ungemütlich gewirkt hat, möchte man wegen der vielen Tische fast hinzufügen. Doch als Hauptproblem stellt sich für Romeyke ausgerechnet das Wochenende dar - in der Vergangenheit eigentlich immer der Frequenzbringer.

"Doch nach der Vorgeschichte blieben irgendwann auch dort die Gäste weg, weil wir nur eingeschränkt Musikveranstaltungen oder Events durchführen konnten."

Was Romeyke meint: Nach der Ballermann-Strategie seiner Vorgängerin Annett Kötting inklusive massiven Beschwerden aus der Nachbarschaft wollen vor allem die jüngeren, partywilligen Gäste wohl vor allem eines: feiern, und zwar laut. Doch dieser Art von Parties war nach Gesprächen mit der Gemeinde, den Anwohnern und der Konzernmutter AB InBev (Bremen) gemeinsam ein Riegel vorgeschoben worden. Ein Umsatzverlust, der Romeyke jetzt mit das Genick bricht.

Beim Diebels-Betriebsrat war gestern ebenfalls Trauer geflaggt. "Das Brauhaus-Konzept war stimmig, Michael Romeyke der passende Mann - schade, dass jetzt wohl vor allem wegen der Größe des Lokals Schluss ist", erklärte Vorsitzender Thomas Engelsiepen auf RP-Anfrage. Viel Hoffnung darauf, dass nun Hilfe aus Bremen kommt und das Brauhaus umgebaut und verkleinert wird, hat er nicht. Gestern Nachmittag flatterte dann noch die Stellungnahme von AB InBev in die Redaktion. "Vor dem Insolvenzantrag sind einige Wochen vorausgegangen, in denen wir gemeinsam mit Herrn Romeyke die Situation im Diebels live analysiert haben. An den Umsätzen der letzten Monate zeigt sich recht deutlich, dass im Diebels live kein stetiger Besucherstrom zu verzeichnen war, aus dem man beispielsweise die Personalplanung hätte wirtschaftlich vornehmen können." So gebe es gerade in der Woche Tage, an denen Gäste fast komplett ausbleiben, an Wochenenden aber sehr gute Frequenz herrsche.

Weiter heißt es: "Die hohen Personalkosten haben am Ende dazu geführt, dass das Diebels live mit einem Konzept, das die tägliche Öffnung vorsieht, wirtschaftlich nur schwer zu führen ist. Wir machen hier Herrn Romeyke keinen Vorwurf. Unter diesen Bedingungen ist es schwer, ein Gastronomieobjekt in dieser Größe ohne den notwendigen langen Atem zu führen. Wir warten jetzt die Bestellung eines Insolvenzverwalters ab und werden dann über die Zukunft des Diebels live entscheiden."

Quelle: RP
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