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Kevelaer
Diebstahl: Vorschlaghammer als Tatwaffe

Kevelaer. Insgesamt 50.000 Euro wurden aus verschiedenen Casinos entwendet. Sachschaden 200.000 Euro. Von Ann-Lea Woitge

Drei Rumänen zwischen 23 und 27 Jahren wurden in der Nacht des 13. Juli des vergangenen Jahres gegen 1.55 Uhr bei einem versuchten Einbruch in der Merkur- Spielothek Emmerich von zwei Polizeibeamten ertappt. Die Angeklagten sollen zuvor in fünf Bandendiebstähle dieser Art - in immer wechselnder Zusammensetzung der Täter - verwickelt gewesen sein, bei denen Spiel- und Geldwechselautomaten mit Vorschlaghämmern aufgebrochen und insgesamt 50.000 Euro entwendet wurden. Dabei entstand ein Sachschaden von insgesamt 200.000 Euro.

Gestern startete am Landgericht Kleve der Prozess gegen die Männer wegen Diebstählen und Einbrüchen, die sich in Casinos und Spielhallen in Tönisvorst, Kevelaer, Rees, Borken und Emmerich zugetragen haben sollen. Dabei soll es in der Zeit von April bis Juli 2015 zu insgesamt fünf Taten gekommen sein. Der sechste Versuch scheiterte am 13. Juli in Emmerich, als sich drei Maskierte zu der Merkur-Spielothek begeben hatten. Laut Kreispolizeibehörde Kleve befanden sich zwei Beamte am Tatort, um die Täter zu stellen. Als die Polizisten in ihrem Versteck auffielen, wurde einer der Beamten mit einem Vorschlaghammer verletzt. Wer den Hammer warf, ist unklar. Wegen mangelnder Beweise wird gegen die Gewalttat nicht ermittelt. Der 26-jährige Angeklagte erlitt bei dem Fluchtversuch Verletzungen durch einen Polizeihund am Arm. Polizist und Gauner wurden ärztlich behandelt.

Zwei der Angeklagten sind Cousins. Sie kommen aus dem verarmten Slatina (Rumänien) und wohnen gemeinsam mit dem ebenfalls aus Slatina stammenden 27-jährigen Mittäter in Duisburg. Beide sind in ihrem Heimatland wegen Diebstahls vorbestraft und auf Bewährung frei. Seit der Festnahme sind alle in verschiedenen Justizvollzugsanstalten untergebracht, unter anderem in Kleve.

Schuldig bekannt hat sich lediglich der 27-Jährige. Er sei bei zwei der sechs bekannten Fälle beteiligt gewesen: Bei dem Einbruch in Emmerich am 3. Juli war er dabei, und am 13. Juli wollte er erneut in das Casino eindringen, um Geld zu stehlen. Laut seiner Aussage ist er in der Nacht nicht im Besitz einer Schlagwaffe gewesen. Ein sachbeauftragter Polizeibeamter aus Borken unterstellt ihm auf Grund von Videomaterial der Überwachungskameras der Casinos - auf dem er an unterschiedlichen Tatorten die selbe Hose tragen soll -, dass er vermutlich auch bei vorherigen Taten beteiligt war. "Die Einreisedaten beweisen, dass mein Mandant zu Zeiten der vorherigen Einbrüche noch nicht in Deutschland gewesen ist", sagte der Verteidiger. Die Videos zeigen außerdem, dass jeweils zwischen fünf und sechs Täter beteiligt waren, die in einer Zeit unter zehn Minuten einbrechen und stehlen.

Der Vorsitzende Richter Gerhard van Gemmeren beendete den ersten Verhandlungstag mit dem Beschluss, alle Angeklagten ab sofort in der Klever Vollzugsanstalt unterzubringen. Der Prozess wird am 25. Januar fortgesetzt.

Quelle: RP
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