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Kevelaer
Draht-Falle auf der Friedenstraße

Kevelaer: Draht-Falle auf der Friedenstraße
Der Blick auf die Stelle an der Friedenstraße in Kevelaer, wo der Draht quer über die Fahrbahn gespannt worden war. FOTO: Thomas Binn
Kevelaer. Lebensgefährlicher Blödsinn: Unbekannte spannten mehrfach ein Stahlseil in der Kevelaerer Innenstadt. Sie riskierten dadurch, dass sich Verkehrsteilnehmer böse verletzen. Drei dieser Vorfälle gab es. Die Polizei ermittelt. Von Sebastian Latzel

Der Autofahrer kann nur den Kopf schütteln. "Dahinter muss ein Irrer stecken, der Freude daran hat, dass anderen Menschen etwas Schlimmes passiert", sagt der Klever. Am späten Mittwochabend war er mit seinem Wagen durch die Friedenstraße gefahren, hatte eine Fahrradfahrerin überholt und war dann langsam zur Fahrbahnverengung an der Baustelle gefahren. "Plötzlich habe ich etwas im Scheinwerferlicht blinken sehen", berichtet er. In dem Moment gab es schon ein lautes Knacken, der Klever machte eine Vollbremsung - und eine Baustellenlampe fiel vor dem Wagen auf die Straße. Der Mann stieg sofort aus und traute seinen Augen nicht. Quer über die Fahrbahn war ein Draht gespannt. "Der war richtig straff, den muss dort jemand gespannt haben, um andere Menschen zu verletzen", meint er.

Die Fahrradfahrerin aus Kevelaer, die er überholt hatte, sei völlig fassungslos gewesen. "Wenn ich sie nicht überholt hätte, wäre die Frau vermutlich gegen den Draht gefahren und hätte schwer stürzen können", sagt der Klever. Denn in der Dunkelheit war der Draht überhaupt nicht zu erkennen. Der Autofahrer verständigte die Polizei, die den Bereich jetzt besonders im Visier hat. Denn der Vorfall am Mittwochabend war kein Einzelfall. Bereits kurz vorher hatte eine Radlerin gerade noch rechtzeitig bremsen können, weil sie im letzten Moment den Draht entdeckt hatte. Mit Passanten räumte sie den Bauzaun zur Seite, so dass keine Gefahr mehr durch den Draht bestand. Anschließend informierte sie die Polizei. Vermutlich müssen der oder die Täter den Vorgang beobachtet haben, denn kurze Zeit später war der Draht erneut gespannt und der Autofahrer aus Kleve fuhr hinein.

Der dritte polizeilich registrierte Vorfall ereignete sich am Dienstagmorgen. Da wäre beinahe ein Bauarbeiter über den Draht gestürzt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Taten zusammenhängen. "Es wird jemand sein, der dort in der Nähe wohnt oder sich dort öfter aufhält", sagt Polizeisprecher Michael Ermers. Die Beamten vermuten, dass die Täter auch für einen Einbruch in einen Baustellen-Container in dem Bereich verantwortlich sind. "Denn dabei handelte es sich nicht um einen professionellen Einbruch, sondern um eine eher dilettantische Tat. Gestohlen wurden nur wenig wertvolles Werkzeug wie eine Maurerkelle."

Die Polizei hat den Bereich jetzt besonders im Blick und bittet auch die Anwohner, aufmerksam zu sein. Verdächtige Personen sollten sofort der Polizei gemeldet werden. Der Draht war so stabil, dass er mit der Zange durchgeschnitten werden musste. Die Täter hatten ihn in 30 Zentimer Höhe gespannt. "Das ist tückisch und kann zu gefährlichen Unfällen führen", sagt Ermers.

Der Autofahrer wird sogar noch deutlicher: "Das ist richtig perfide. Denn in dieer Ecke gibt es eine ganze Reihe von Altenheimen. Senioren könnten sich durch den Draht schwer verletzen." Die Radlerin aus Kevelaer fuhr gestern Morgen erst einmal einen Umweg, um nicht an der gefährlichen Stelle vorbeizukommen. "Was da passiert ist schon heftig", sagt sie.

Gestern war nach Angaben von zeugen kein Draht gespannt. Hinweise nimmt die Polizei in Goch unter 02823 1080 entgegen.

Quelle: RP
 
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