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Kevelaer
Echter Einsatz statt Feuerwehrübung

Kevelaer: Echter Einsatz statt Feuerwehrübung
Die Feuerwehr musste zu einem Einsatz im Krankenhaus. Dampf hatte den Alarm ausgelöst. FOTO: van Offern, Markus
Kevelaer. Das haben die Feuerwehrleute auch noch nicht erlebt. Eigentlich sollte gestern Abend eine Übung an der früheren Gaststätte Klinkenberg stattfinden. Die musste abgeblasen werden: Es gab einen echten Einsatz am Hospital. Von Sebastian Latzel

Es war schon alles vorbereitet: Die Gaststätte Klinkenberg war innen mit künstlichem Qualm komplett eingenebelt. Mitglieder der Jugendfeuerwehr hatten sich in der verdunkelten Räumen als "Vermisste" postiert und warteten auf die Retter. Draußen vor dem Haus regelten die Organisatoren der Übung die letzten Details und erläuterten noch einmal das Szenario: In der Gaststätte soll ein Feuer in der Küche ausgebrochen sein, das sich rasch ausbreitet. Für die Feuerwehr eine echte Herausforderung, weil die Gaststätte voll besetzt ist und im Ernstfall zahlreiche Personen gerettet werden müssten.

Auch Wirtin Christel Schiffer ist vor Ort, lobt den Einsatz der Feuerwehr und ihr Engagement. Bereits vor vier Wochen hatte die Feuerwehr hier geübt. Die frühere Gaststätte sei ein idealer Platz um unter realen Bedingungen zu üben, meint Feuerwehrsprecher Philipp Köhler. Um kurz vor 19 Uhr, so ist verabredet, soll der Alarm ausgelöst und die drei Löschzüge Kevelaer, Twisteden und Wetten alarmiert werden. Doch kurz zuvor kommt ein echter Alarm rein: Die Brandmeldeanlage im Marienhospital hat angeschlagen. Die Verantwortlichen schauen sich kurz an, dann ist schon ein Wagen mit Blaulicht auf dem Weg zum Krankenhaus. Der Löschzug Kevelaer wird alarmiert.

"Die Übung wird etwas nach hinten verschoben", heißt es. "Statisten" und Organisatoren der Übung warten im Regen an der Gaststätte darauf, dass "Entwarnung" aus dem Krankenhaus kommt und die Übung starten kann. Doch plötzlich geht dann alles ganz schnell. Die Einsatzkräfte, die sich im Krankenhaus ein Bild gemacht haben, erhöhen die Alarmstufe. Das Signal für alle: Jetzt wird es wirklich ernst. "Die Übung ist abgebrochen", heißt es. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr machen sich auf den Heimweg, die anderen auf den Weg zum Hospital.

Dort steht ein echter Großeinsatz an. Weil es beim Krankenhaus um einen besonders sensiblen Bereich geht, wird auch der Löschzug Winnekendonk alarmiert. Zudem rücken gleich zwei Rettungswagen und zusätzlich ein Fahrzeug des DRK an. Insgesamt sind mehr als 40 Leute vor Ort. Glücklicherweise kann ziemlich schnell Entwarnung gegeben werden, denn die Feuerwehr hat die Lage schnell unter Kontrolle. Im Keller des Hospitals waren mehrere Waschmaschinen auf Hochtouren gelaufen. Dabei hatte sich Wasserdampf gebildet, der den Brandalarm ausgelöst hatte. Da die Tür zu dem Raum durch den Dampf sehr warm geworden war, war befürchtet worden, dass tatsächlich ein Feuer im Keller ausgebrochen ist. Daher hatte die Feuerwehr die Alarmstufe erhöht und weitere Kräfte angefordert. "Denn die Sicherheit geht in einem solchen Fall natürlich immer vor", sagt Feuerwehrsprecher Köhler. Nach einer Stunde können die Einsatzkräfte wieder abrücken. Jetzt erfahren auch die anderen Feuerwehrleute, dass eigentlich eine Übung angesetzt war. "Dass eine Übung wegen eines Ernstfalls ausfällt, habe ich auch noch nicht erlebt", meint Köhler, der aber zufrieden ist, dass der Einsatz insgesamt gut verlaufen ist.

Ob die Übung nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

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