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Kevelaer
Ein Herz für Cocktails und Pilger

Kevelaer: Ein Herz für Cocktails und Pilger
In der Traditionspilgergaststätte "Goldener Schwan" werden auch Cocktails gemixt. Der "Sweet Kiss" ist natürlich alkoholfrei und damit eine abwechslungsreiche Erfrischung für Pilger und Autofahrer gleichermaßen. Wie gemixt werden muss, das hat Petra Jurczyk fest im Griff. FOTO: Seybert
Kevelaer. Petra Jurczyk belegte bei den Niederrheinmeisterschaften den ersten Platz als Restaurantfachfrau. Für sie geht es am 21. April zu den Nordrhein-Meisterschaften nach Düren. Blick in den Berufsalltag zwischen Tafelspitz und Menüplanung. Von Bianca Mokwa

Was der Niederrheiner an sich gerne auf dem Teller hat, serviert Petra Jurczyk jeden Tag. Die 18-Jährige macht ihre Ausbildung zur Restaurantfachfrau im "Goldenen Schwan" in Kevelaer.

"Gut bürgerlich, Hausgemachtes, wie Roulade oder Heringsstipp", zählt sie auf, was auf den Tellern liegt, die sie dem Gast an den Tisch bringt. "Der Tafelspitz ist hier auch sehr gefragt. Ich glaube fast, das ist schon sehr typisch niederrheinisch." Als Restaurantfachfrau muss sie allerdings noch einiges mehr können. Dazu gehört auch das Zubereiten von Cocktails. Standard-Rezepte muss die 18-Jährige im Kopf haben. Eine Eigenkreation ist der "Sweet Kiss" vom "Goldenen Schwan". Null Alkohol enthält der, dafür macht er sich farbig gut im Glas.

Cocktails zubereiten, das kann auch Teil der Prüfungsaufgabe sein, der sich die Auszubildende stellen muss. Ihr Wissen und Können hat sie kürzlich erst bei den Niederrheinmeisterschaften des Gaststättenverbandes unter Beweis gestellt und dabei den ersten Platz belegt. "Ein Fünf-Gang-Menü schreiben, Warenkunde, und das Filetieren einer Scholle", zählt sie nur einige praktische Aufgaben auf, die es bei der Niederrheinmeisterschaft zu bewältigen gab. Damit aber nicht genug. Der Ehrgeiz ist geweckt, am 21. April geht es für sie zu den Nordrhein-Meisterschaften nach Düren. Danach käme schon der Wettbewerb auf Bundesebene. Bis dahin heißt es: üben, üben, üben. "In der Schule und im Betrieb kann ich alles ansprechen und fragen, was ich nicht weiß", sagt die junge Auszubildende. Auf ihre Schule, das Berufskolleg Kleve, lässt sie nichts kommen. Von den Siegern bei den Niederrheinmeisterschaften seien nicht ohne Grund sieben von neun aus der Klever Schule gewesen.

"Die Teilnahme an den Meisterschaften ist vor allem für die Auszubildenden selbst", erklärt Sabine Dicks, die Chefin vom "Goldenen Schwan". "Es geht dabei auch um das Üben einer Prüfungssituation", sagt sie. Anfang Mai steht ihre Auszubildende Petra Jurczyk vor ihrer theoretischen Abschlussprüfung. Da ist es gut, schon einmal den Ernstfall bei einem Wettbewerb geprobt zu haben. Aber natürlich wird eine erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme auch in der Branche gerne gesehen.

Petra Jurczyk trägt auf der Arbeit ein Dirndl in Grün-Weiß. "Mit einer Tracht ist man immer gut angezogen", sagt ihre Chefin Sabine Dicks. Außerdem passt es zur heimeligen Atmosphäre. "Wir möchten traditionell bleiben", sagt Dicks. Einige Dinge seien einfach nicht wegzudenken, etwa die große Lampe im Gastraum. In das Gestänge hängen die Pilger ihre Stöcke, erklärt die Chefin. "Ein paar Sachen müssen bleiben." Dazu gehört auch, dass sie sich an die Eingangstür stellt und die Pilger nach der Prozession erwartet. Und sie hört gerne zu. "Anteil an den Geschichten der Pilger nehmen, das ist es, was unsere Arbeit so schön macht", sagt die Chefin. Das versuche sie auch den jungen Auszubildenden mitzugeben. "Dieses Gefühl, dass ich nicht nur Tellertaxi bin, sondern für vieles andere auch zuständig bin, auch, ein Stück Heimat zu geben."

Auch Dicks wird am 21. April die Daumen drücken, wenn Petra Jurczyk zu den Nordrhein-Meisterschaften nach Düren fährt. Gennara Moore ist im zweiten Ausbildungsjahr im "Goldenen Schwan" und hat übrigens einen guten vierten Platz bei den Niederrheinmeisterschaften errungen.

Quelle: RP
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