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Kevelaer
Ein unterhaltsamer Sexabend im Bühnenhaus

Kevelaer. Kabarettist Jürgen Becker gastierte mit seinem Programm "Volksbegehren" in Kevelaer. Kein Thema blieb unberührt. Von Christoph Kellerbach

"Am Anfang war die Erde öde und leer. Wer mal in der Eifel war, der kennt den Zustand. Und dann kam der Sex!" Kabarettist Jürgen Becker erforscht in seinem Programm "Volksbegehren" all' die unterhaltsamen Elemente des menschlichen Fortpflanzungstriebs. Deshalb ging es im fast ausverkauften Bühnenhaus auch heiß her. Aber keine Sorge, der Kölner wusste: "Zwar wollen alle alles über Sex wissen, aber damit es nicht zu wild wird, hat der Deutsche einen Begriff erfunden: die Gürtellinie!"

In der gut gelaunten Mischung aus Büttenrede und Biologielektion ging Becker mit seiner typisch entspannten Art und Weise von einem Thema zum anderen. Ob es jetzt um die Tatsache ging, dass manche Tiere spontan ihr Geschlecht wechseln können: "Das wäre praktisch bei der Uni Aachen. Wie heißt doch der Spruch? 'Tausend Männer, keine Frau: Ich studier' Maschinenbau.'" Oder er erklärte, "dass bei der Gattung der Säugetiere gilt: Das Männchen kann mehr zeugen, als das Weibchen austragen kann. Das ist Marktwirtschaft: Von allem, was es zu viel gibt, sinkt der Preis. Deshalb plustern sich die Männer so auf."

Das Programm wurde immer wieder von Klatsch- und Lachsalven der Gäste unterbrochen. Während seines Vortrags zeigte Becker auf der Leinwand immer wieder Naturfotos, Gemälde und Kunstobjekte, um seine Ausführungen weiter zu unterstreichen oder diese als Vorlage für einen flotten Spruch zu nutzen. So warf er etwa gemeinsam mit den Zuschauern einen Blick auf "sexy Wahlplakate", die von den 70er Jahren bis in die heutige Zeit reichten. Bei dem kurzweiligen Vortrag kam der Kölner natürlich auch zum Internet und "zum Anfang der Dating-App-Finder. Der Ursprung war der ADAC, der sich die Frage stellte, wo man am besten jemanden abschleppen könnte."

Natürlich hagelte es auch Spitzen gegen die sich stetig verändernden Schönheitsideale. Da wurde zum Beispiel danach gefragt, wen das Publikum im Saal nun schöner findet: Brad Pitt oder Reiner Calmund. Einige im Saal waren dabei für Pfundskerl Calmund, was Becker ziemlich amüsierte. Ansonsten zeigte er sich noch schockiert über die aktuell extrem mageren Models: "Die sind so dünn, die fallen beim Koksen in den Strohhalm!"

Selbst die psychologischen Komponenten der Fortpflanzung waren nicht sicher vor dem charmanten Kabarettisten, erklärte er doch Freuds Strukturmodell der Psyche auf Kölsch: "Datt sind datt ich, datt datt und datt övver mich."

Quelle: RP
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