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Kevelaer
Einblick in die Welt der Schamanen

Kevelaer. Die Ausstellung zu den ganz besonderen Heilern wird am Sonntag im Museum in Kevelaer eröffnet.

"Schamanen, Jäger und Heiler Sibiriens" lautet der Titel einer Sonderausstellung im Niederrheinischen Museums für Volkskunde und Kulturgeschichte. Die Schau findet in Kooperation mit den "Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim" und der "Stiftung Neanderthal Museum" statt und wird am Sonntag eröffnet.

Schamanen - sie rufen Hilfe aus einer anderen Welt herbei, um Körper und Geist ihrer Mitmenschen zu heilen. Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, das Neanderthal Museum und das Niederrheinische Museum Kevelaer möchten die Besucher vom 17. bis zum 28. April in der gemeinsam konzipierten Ausstellung nach Sibirien entführen, um den Lebensweg eines Schamanen zu verfolgen. Präsentiert werden dabei Exponate aus der Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Es handelt sich um Alltags- und Ritualgegenstände der Ethnien Korjaken, Nanai und Èukèen aus dem circumpolaren Raum. Die Sibirien-Sammlung wurde in den 1880er Jahren zusammengetragen und ist Teil der Sammlung Gabriel von Max, welche sich seit 1917 in Mannheim befindet.

Heilkundige, Wahrsager, Scharlatane, Ratgeber, Besessene, Geisteskranke, Verkünder, Magier und Seelenführer - das sind einige unserer Assoziationen zu Schamanen. Bei sibirischen Völkern gelten Schamanen als besondere Personen, Mittler zur Geisterwelt und Ratgeber der Menschen. Sie begeben sich mit Unterstützung tiergestaltiger Hilfsgeister in Trance auf eine Reise in andere Welten und kommunizieren dort mit den übernatürlichen Mächten, um das Gleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Geisterwelt wiederherzustellen. Bei den indigenen Völkern Sibiriens ist die Weltsicht des Schamanismus besonders tief verwurzelt.

Die Ausstellung in Kevelaer erzählt den Lebenslauf eines Schamanen von der Geburt bis zu seinem Wirken als Heiler. Zentrale Objekte sind Schamanenaccessoires wie Hut, Amulette, Kultfiguren und Heilpflanzen. Audiotexte begleiten die Exponate. Die Präsentation geht auch auf Spurensuche nach Schamanen in der europäischen Eiszeitkunst. Die ältesten geschnitzten Tierfiguren ähneln den schamanischen Tierfiguren aus Elfenbein sehr. Sind sie vielleicht - wie auch Motive der berühmten Höhlenmalereien - Belege für einen eiszeitlichen Schamanismus. Die Ausstellung zeigt abschließend, wie der Schamanismus weltweit fortlebt.

Info: Das Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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