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Kevelaer
"Einblicke - Ausblicke" mit Auge aus Marmor

Kevelaer: "Einblicke - Ausblicke" mit Auge aus Marmor
Bildhauerin Olga van Cromvoirt aus Gennep arbeitet bevorzugt mit Marmor. Neben Skulpturen locken Gemälde und Foto-Kunst in die Schau. FOTO: Seybert
Kevelaer. Am Wochenende wurde die neue Kabinettausstellung im Museum für Kulturgeschichte in Kevelaer eröffnet. Sie bietet außergewöhnliche Ideen und Werke, die im Kopf bleiben: Bilder, Skulpturen, Collagen. Von Julia Latzel

Ein Foto von einem unbekleideten Männeroberkörper - in einer Kunstausstellung ist das an sich nicht ungewöhnlich. Wird das Bild jedoch mit Sicherheitsnadeln, kleinen Spiegeln oder echten Haaren verziert, bleibt es im Kopf. "FotObjekte" nennen die niederländischen Künstlerinnen Olga Boh und Joke Selders-Damstra ihre Werke. Olga Boh macht Fotos, Joke Selders-Damstra bearbietet sie und lässt sie dreidimensional werden.

"Es ist immer wieder interessant, was Joke aus meinen Bildern macht. Ich gebe sie ja quasi ganz aus der Hand", erzählt Olga Boh. Ihre Motive haben die Eigenschaft, dass die Personen ihren Blick immer abwenden. Durch die Bearbeitung durch Joke Selders-Damstra bekommen sie dann ihre besondere Bedeutung: Haare vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit, in kleinen Spiegeln sieht der Betrachter sich selbst.

Die Werke der beiden Künstlerinnen sind zusammen mit Bildern und Skulpturen von Olga van Cromvoirt und Lyda Lammers seit Samstag in einer Kabinettausstellung im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte zu sehen. Unter dem Titel "Einblicke - Ausblicke" läuft die Schau bis Sonntag, 22. November.

In seiner Eröffnungsansprache begrüßte Museumsleiter Dr. Burkhard Schwering die vier Künstlerinnen. Der Kontakt zu den Niederländerinnen war durch das Museum "Het Peterhuis" in Gennep entstanden. "Ihre Werke haben mir auf Anhieb gefallen. Die zeitgenössischen Künstlerinnen geben Einblicke in aktuelle Kunst und Ausblick auf künstlerische Tendenzen, wobei bei ihnen immer wieder der Mensch im Fokus steht", sagte Schwering. Er zitierte den CDU-Politiker Lothar Späth: "Kunst will, dass man sich an ihr reibt." Für die musikalische Begleitung sorgte Fabian Neubauer am Flügel.

Lyda Lammers ist Autodidaktin und versuchte sich anfangs mit Mosaiken. Schließlich entdeckte sie die Fülle der Möglichkeiten, Acryl, Öl und Pastell zu verbinden. Ihre Gemälde entstehen ohne vorgegebenen Plan und wurzeln direkt in ihrem Gefühlsleben. Sie stellen somit eine Bewegung "von innen nach außen" dar. Im Mittelpunkt ihrer Werke stehen Mensch und Tier. Auch ihre Liebe zu Italien wird in Gemälden wie "Das Geheimnis von Venedig" deutlich. Für ihre Werke erhielt sie, die seit 2005 in Boxmeer lebt, in diesem Jahr auf der Biennale in Delft den Publikumspreis.

Neben den Gemälden und "FotObjekten" finden sich in der Ausstellung auch zahlreiche Skulpturen. Schöpferin ist Olga van Cromvoirt aus Gennep, deren Leidenschaft die Bildhauerei ist. Sie verwendet bevorzugt Marmor für menschliche Figuren und räumliche Formen: Passend zum Thema der Ausstellung findet sich ein großes Auge aus Marmor in der Mitte des Raumes.

Der Museumsleiter hofft, mit diesen Werken viele Besucher ins Haus zu locken. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Kabinettausstellung ist für ihn ein wichtiger Faktor. Einen Unterschied zwischen niederländischer und deutscher Kunst gebe es aber nicht: "In der Kunst gibt es keine nationalen Grenzen."

Quelle: RP
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