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Kevelaer
Einbruchsserie: Polizei verstärkt Streife

Die fiesen Tricks der Diebe an der Haustür
Die fiesen Tricks der Diebe an der Haustür FOTO: RP
Kevelaer. Die Serie von Wohnungseinbrüchen in Goch und Umgebung reißt nicht ab. Als Folge sind zurzeit verstärkt Polizisten in Zivil im Einsatz. Von Marc Cattelaens

Die Einbruchserie in Goch ist noch immer nicht gestoppt. Seit Anfang Dezember erreichen unsere Redaktion nahezu täglich entsprechende Mitteilungen der Polizei. Sie tappt noch immer im Dunkeln, was die Täter angeht.

Allein im Dezember hat die Polizei 39 Einbrüche in Häuser, Wohnungen, Garagen, Gartenhütten oder Firmengebäude in Goch veröffentlicht. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2014 hatte es in allen 16 Kommunen des Kreises Kleve insgesamt 567 Einbrüche gegeben. "Uns ist die deutliche Häufung von Einbrüchen in Goch natürlich auch schon aufgefallen", sagt Polizeisprecher Manfred Jakobi. Die Einbruchsberichte würden bei der Ermittlungskommission "Wohnung" gesammelt, die für den gesamten Kreis Kleve zuständig ist.

Doch die Polizei beschränke sich nicht nur aufs Archivieren, sondern sei auch präventiv tätig. Als Folge der Einbruchserie seien zurzeit verstärkt Polizisten in Zivil in der Weberstadt im Einsatz, so der Sprecher. Wie stark die Maßnahme Wirkung zeigt, lässt sich schlecht beurteilen. Denn es existiert natürlich keine Statistik darüber, wie viele Einbrüche durch die Zivilstreifen verhindert wurden. "Man muss mit einer Gegenobservation rechnen", sagt Jakobi und meint damit, dass die Einbrecher wohl Komplizen haben, die Schmiere stehen.

Bruno Verhülsdonk, Wirt der Gaststätte "Zum Sandwirt" in Pfalzdorf, ist eines von vielen Opfern in Goch. Bei ihm wurde kurz vor Weihnachten eingebrochen. Die Beute war gering, der Schaden jedoch groß. FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Tatsache ist, dass die Einbruchserie munter weitergeht. Allein am vergangenen Montag ereigneten sich laut Polizei innerhalb von rund zwei Stunden im Gocher Stadtgebiet fünf Einbrüche. Die Masche der Täter ist dabei gleich: Immer wurden Fensterscheiben oder Terrassentüren eingeworfen. Weite Wege legten der oder die Täter nicht zurück, denn die Tatorte liegen relativ eng beieinander: Karl-Leisner-Straße, Heiligenweg, Marienweg, Neu-Ervscher-Weg. Die Polizei geht auch aufgrund der Vielzahl der Fälle davon aus, dass es sich um verschiedene Täter handelt.

Unternimmt die Polizei genug, um die Einbrüche zu verhindern? Der ehemalige Klever Polizeidirektor hatte bei einer RP-Veranstaltung kürzlich gesagt: "Wir bräuchten eigentlich mehr als doppelt so viele Polizisten wie jetzt. Das ist politisch aber nicht gewollt." Dieses Argument lässt Jakobi nicht gelten. "Was wir wirklich brauchen, sind Hinweise aus der Bevölkerung", sagt Jakobi. Kommen die nicht, bleibe der Polizei nur zu hoffen, dass die "Zeit für sie spielt" und die Streifen jemanden auf frischer Tat ertappen, so deren Sprecher. Er ruft die Gocher Bürger auf, der Polizei verdächtige Beobachtungen zu melden "und zwar sofort, nicht erst am nächsten Tag". Nur so könne die Einbruchserie in Goch beendet werden. Telefon: 02823 1080.

Quelle: RP
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