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Kevelaer
Eine Million Euro fürs Schulzentrum

Kevelaer: Eine Million Euro fürs Schulzentrum
Aufmerksam verfolgen die Schüler das Experiment. Es zeigt, wie die Kompassnadel auf elektromagnetische Wellen reagiert. FOTO: Gottfried Evers
Kevelaer. In Kevelaer wird in die Zukunft investiert. Die Räume der Gesamtschule Kevelaer-Weeze sind fertig. Bürgermeister Dominik Pichler ist stolz, dass für Bildung viel getan wird und alle Fraktionen an einem Strang ziehen. Von Bianca Mokwa

Ein Draht, ein Kompass, Strom. Gespannt sitzen die drei Schüler über den Versuchsanbau gebeugt, der auf Hans Christian Oersted aus dem Jahr 1920 zurückgeht. "Die Kompassnadel reagiert auf die elektromagnetischen Wellen", erklärt Till aus der zehnten Klasse der Realschule.

Als nächstes wird der Versuch mit einer Drahtspule durchgeführt. "Beim zweiten Versuch wird ein höheres Magnetfeld erzeugt", erklärt Jonna die veränderte Versuchsanordnung. Fast noch spannender als der Versuch sind aber die Räume im Kevelaerer Schulzentrum, in denen die Schüler ihre Kenntnisse in Physik erlangen. Die sind nämlich neu. "Moderner, viel heller", beschreibt Till den Unterschied zu früher.

Nebenan führt die achte Klasse der Hauptschule im Chemieunterricht eine Versuchsreihe unter dem Thema "Bunter Farbenzauber mit Rotkohlsaft" durch, daneben bekommt eine siebte Klasse der Gesamtschule Biologieunterricht. "Symbolisch sind das nicht nur drei verschiedene Fächer, sondern auch drei verschiedene Schulformen", sagt Michael Cuypers, der Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze. Er sprach die Eingangsworte zur Eröffnung der neuen naturwissenschaftlichen Räume. Fast eine Million Euro haben die Stadt Kevelaer und die Gemeinde Weeze investiert. Hauptschule und Realschule laufen demnächst aus, die Räume werden dann von der Gesamtschule genutzt.

Das musste alles gemacht werden: Eine neue Lüftungsanlage, die Elektrik, alles ist auf den neuesten Stand gebracht. Die notwendigen Arbeiten reichen vom Keller bis unters Dach. In den Räumen gibt es auch einen mobilen Abzug. Der gläserne Kasten kostet 4500 Euro und kann von einem Raum in den nächsten gefahren werden. Die Kosten von einer Million Euro sind inklusive Einrichtung.

Peter Reffeling, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Kevelaer, freut die Auslastung der Räume. Reffeling begleitet die Maßnahmen und erklärt, warum der Rundumschlag nötig war. "Die Hauptschule war von 1974, die alten Räume also über 40 Jahre alt." Die neuen naturwissenschaftlichen Räume der Gesamtschule waren also ehemals Räume der Hauptschule. Reffeling schließt eine Tür auf. Dahinter liegt der Chemieraum des Gymnasiums. Der ist ebenfalls in die Jahre gekommen, die Maus von der gleichnamigen Sendung ist als Wandmalerei zu sehen, und auch der Chemie-Leistungskurs 1996-98 hat sich als Wappen verewigt. Das ist bald Vergangenheit.

Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler wird einen kurzen Moment fast wehmütig zumute, betont aber, wie wichtig es ist, dass die Stadt in Bildung investiert. "Bildung ist das wichtigste Kapital, dass Kinder auf dem Weg zum Erwachsensein mitbekommen können", sagt Pichler. Er findet es wichtig, dass die neuen Räume einmal vorgestellt werden. Denn eigentlich ging die Sanierung so still und leise und immer unbeachtet in den Ferien vor sich, dass es außer den Schülern kaum einem auffiel. Aber zum einen wurde viel Geld investiert, zum anderen lobt Pichler, wie auch die Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses, Brigitte Middeldorf, die Einigkeit, die zwischen den Fraktionen in diesem Punkt herrscht. "Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Schulen ist außergewöhnlich gut", sagt auch Schulleiter Michael Cuypers. "Man sieht an diesen Dingen so schön, wenn es geräuschlos über die Bühne geht, dann hört man darüber in der Stadt nichts", sagt Pichler. Aber in diesem Fall soll auch über das Gute gesprochen werden, das für die Zukunft der Kevelaerer Schüler getan wurde.

Der nächste Bauabschnitt betrifft das Gymnasium. Das bekommt ebenfalls neue naturwissenschaftliche Räume. Die Kosten liegen ebenfalls bei einer Million. Umgebaut wird wieder in den Ferien.

Quelle: RP
 
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