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Kevelaer
Eine Transall wird zum Paradiesvogel

Kevelaer: Eine Transall wird zum Paradiesvogel
FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Kevelaer. Ein spektakuläres Projekt im Irrland geht in seine letzte Phase. Heute wird eine ehemalige Militärmaschine in dem Freizeitpark in die Höhe gehoben und montiert. Im Laufe der Saison wird das Riesenflugzeug für alle geöffnet. Von Sebastian Latzel

Nach ihrem letzten Flug landete die Transall am 6. Dezember 2011 auf dem Airport in Laarbruch. Heute wird sie sich einige Kilometer weiter zum letzten Mal in die Höhe erheben. Allerdings nur wenige Meter und ganz vorsichtig. Zwei Kräne sollen die 35 Tonnen schwere Maschine noch einmal in die Luft hieven. Einige Meter über dem Boden wird sie auf Stahlträgern in Position gebracht und dann dort fest montiert. Ein echter Kraftakt, mit dem eine gut zweijährige Vorgeschichte zu Ende geht.

Damals war die Militärmaschine per Sondertransport von einem Museum in Venray nach Twisteden gebracht worden. "Wir hätten die Transall natürlich gerne schon viel früher im Park aufgestellt, aber das ganze Verfahren hat sich hingezogen", sagt Josie Winkels, Inhaberin des Irrlands.

Ready to take off: Josi Winkels am Steuerknüppel der Transall. Heute wird die Maschine zu ihrem letzten "Flug" starten. Das Flugzeug wird von zwei Kränen in die Luft gehievt und auf Stahlträgern herabgelassen. FOTO: Seybert

Wenn jemand nämlich eine Militärmaschine aufstellen will, ist ein umfangreiches Prüfverfahren nötig. Auch die Statik muss stimmen und ist in diesem Fall besonders kniffelig, weil das Flugzeug leicht schräg aufgestellt werden soll. "Damit es so wirkt, als wenn die Maschine wirklich im Flug ist", erläutert Josi Winkels, die per Knopfdruck die Kabinentür zum Cockpit öffnet. Über eine kleine steile Treppe geht es ins Innere. Noch. Denn zukünftig wird eine Wendeltreppe zum Flugzeug führen. Die wird installiert, wenn das Flugzeug oben an seinem Platz in Stellung gebracht ist. Jetzt geht es noch einmal über die kleine Treppe ins Cockpit. Zahllose Schalter und Armaturen umgeben die beiden Steuerknüppel, hinter denen die Inhaberin für ein Foto Platz nimmt. Hier sollen bald zwei Pilot-Puppen sitzen, die sich unterhalten und zuprosten. Eine Glasscheibe wird später das Cockpit abtrennen, weil sonst die Gefahr besteht, dass die empfindlichen Teile von den Besuchern beschädigt werden.

Josi Winkels geht davon aus, dass die Transall eine Attraktion für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sein wird. Während die Großen eher die Technik faszinieren dürfte, ist für die Kleinen das Flugzeug ein Erlebnisspielplatz. Vom Cockpit können sie nämlich per Rutsche in den Frachtraum gleiten, wo es über einen Steg ins Innere geht. Der Weg scheint hier endlos zu sein. Ein optischer Trick. Denn am Ende des Ganges steht ein Spiegel, der die Dimension des Raumes komplett verändert. Um den Gang herum verläuft zudem eine Röhre mit Weltallmotiv, die später um die Besucher herum rotieren wird und mit fluoreszierendem Licht für ein Gefühl von unendlichen Weiten sorgen soll. "Viele werden hier Probleme mit dem Gleichgewicht bekommen", schmunzelt Josie Winkels. Deshalb sollten sich die Besucher auf dem Weg durch die Weltraum-Röhre besser am Geländer festhalten.

Mit der Transall bekommt der Freizeitpark jetzt sein zehntes Flugobjekt und gibt auch gleichzeitig das Motto für die gerade anlaufende Saison vor: "Flight to Paradise" (Flug ins Paradies). Denn Graffiti-Künstler aus Münster haben die Militärmaschine mit bunten Farben aus der Spraydose in den größten Paradiesvogel der Welt verwandelt. "Wir haben lange überlegt, welches Motiv wird wählen sollten. Zunächst haben wir auch an einen Wal gedacht", sagt die Irrland-Chefin. Aber der Paradiesvogel passe hervorragend, weil er auch die Beziehung zum früheren Plantaria-Vogelpark herstelle.

Wann die Besucher das erste Mal in den Paradiesvogel dürfen, ist noch offen. Auf jeden Fall soll er im Laufe der Saison geöffnet werden. Und die nächste Attraktion in der Transall steht bereits auf der Agenda: Im Heck soll ein Erlebnis-Kino eingebaut werden. Besucher sollen dort auf beweglichen Stühlen einen Flug aus der Heckposition erleben. "Doch das ist noch ein echtes Mammutprojekt", sagt die Inhaberin.

Quelle: RP
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