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Kevelaer
Ende April ist noch einmal Karneval im Achterhoek

Kevelaer: Ende April ist noch einmal Karneval im Achterhoek
FOTO: Thomas Binn (binn)
Kevelaer. Die AKG feiert in diesem Jahr ihr jeckes 11-jähriges Bestehen. Am 23. April soll ein Kölscher Abend die Abschlussveranstaltung sein. Am 30. April geht es aber noch einmal los zum Straßenkarneval nach Hartefeld. Von Bianca Mokwa

Sein Prinzenornat braucht Dominik Bouten erst gar nicht in den Schrank zu hängen. Auch wenn Aschermittwoch schon längst vorbei ist, der Karneval in Achterhoek ist es nicht. "Wir haben das ganze Jahr Karneval", sagt Prinzessin Angelika I. Langenberg lachend. Einige Besonderheiten führten in dieser Session dazu, dass die närrische Jahreszeit noch andauert. Eine Besonderheit sind die Wetterkapriolen.

Die zwangen dazu, einige Züge abzusagen. Am 30. April wird der Zug in Hartefeld nachgeholt, und die Achterhoeker sind mit Wagen und Prinzenpaar Angelika I. und Dominik I. dabei.

Eine Woche vorher macht die AKG aber Karneval in eigener Sache. Als fulminanten Höhepunkt ihres 11-jährigen Bestehens lassen die AKGler die kölsche Band "Räuber" in ihr Dorf kommen. Johannes Otten, Vorsitzender der AKG, erinnert sich noch gut an den Moment der Entscheidung. Er hatte sich mit dem Karnevalsurgestein Hans Büren vom Duo Herby und Hennes getroffen. "Ihr müsst einen großen Namen haben an dem Abend, der zieht", hat der ihm als Tipp gegeben und zum Telefon gegriffen. Wenig später waren die Räuber gebucht. "So einfach kann das manchmal sein", sagt Otten und grinst glücklich.

Einfach hatte es sich die AKG zu ihrem 11-jährigen Bestehen nicht gemacht. Eine Festschrift wurde herausgegeben, passender Schnaps bei Moosbur in Auftrag gegeben und ein Prinzenpaar gefunden.

"Die Proklamation im Zelt war überwältigend", erinnert sich Prinz Dominik I. an den legendären Tag. "Eigentlich war die ganze Session ein einziges Highlight, ich kann es nicht anders sagen", schwärmt Angelika I.

Der Vorsitzende der AKG sieht das genauso. "Es hat die Erwartungen weit übertroffen." Und zwar nicht nur die eigenen Erwartung, sondern auch die anderer Vereine. Viele hätten wohl einen Prinz in Gummistiefeln erwartet, spricht Otten scherzhaft das gespannte Warten auf den ersten Auftritt des Prinzenpaares an.

Statt in Gummistiefeln erschien ein glanzvolles Paar im prächtigen Karnevalsornat. Von da an ging es für Angelika I. und Dominik I. Schlag auf Schlag. Einige AKGler hätten sich vier Wochen Urlaub genommen, viele waren in einer Doppelrolle beschäftigt. Bouten ist nicht nur der erste Prinz der AKG, sondern auch Wagenbaumeister, Angelika Langenberg nicht nur die erste Prinzessin in der Geschichte der AKG, sondern auch verantwortlich für die Karnevalsorden.

"So ein Jahr kostet auch mehr als ein normales Jahr", lautet das Fazit des Vorsitzenden. "Das können wir nicht jedes Jahr stemmen, allein finanziell", sagt Otten. "Dafür sind wir noch zu klein", sagt Prinzessin Angelika I. 44 Mitglieder hat die Achterhoeker Karnevalsgesellschaft, knapp die Hälfte sind Kinder und Jugendliche.

Ein Prinzenpaar wie Angelika I. und Dominik Bouten wird es so schnell nicht wieder geben. "Vielleicht gibt es 2018 ein Kinderprinzenpaar", wagt Otten einen Blick in die Zukunft.

"Ich denke, die schönen Erinnerungen werden bleiben", sagt Prinz Dominik über das Ende seines Karnevalsprinz-Seins. Aber für den Hartefelder Karnevalszug am 30. April kann er sich gemeinsam mit Angelika I. noch einmal richtig in Schale, das Ornat, schmeißen.

Quelle: RP
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