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Weeze
Erstklassiger Organist an erstklassigem Instrument

Weeze. Zum zehnjährigen Bestehen der Walcker/Sauer-Orgel war mit Simon Jannik Holzwarth ein besonderes Konzert zu hören. Pastor Klaus Martin Niesmann begrüßte rund 80 Zuhörer in der Pfarrkirche St. Cyriakus und freute sich auf "geistlich, himmlische Sphären" und ein frisches, neu gestimmtes Instrument. Von Udo Spelleken

Die alte Essener Domorgel war zunächst in Höxter restauriert und aufpoliert worden, bevor sie ihre Reise an den Niederrhein antrat. Mit über 1000 Pfeifen und mehr als 50 Registern ist sie eine der größten Orgeln am Niederrhein. Sie wurde drei Jahre nach der Weihe 2009 mit einem Bombardwerk ergänzt, das eine gewaltige Klangfülle erleben lässt und sowohl optisch als auch akustisch mit den waagerecht in den Kirchenraum hinein ragenden Pfeifen, den sogenannten Spanischen Trompeten, beeindruckt.

Simon Jannik Holzwarth zauberte aus diesem erstklassigen Instrument Bachs berühmte Triosonate in C-Dur BMV 529, auf bemerkenswert gekonnte Weise hervor. Mit gerade 21 Jahren gilt Simon Jannik Holzwarth als Ausnahmetalent, das bereits international bekannt und mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Presse beschreibt ihn als "Junges Musiktalent, das Zukunft verdient" sowie als "Organist von beeindruckender Virtuosität". Er meisterte die spieltechnisch gemein schweren Sätze mit souveränem Können. Die Schwierigkeit bei dieser Bach Komposition besteht dabei darin, das Ganze wie von drei Musikern gespielt erscheinen zu lassen, was das Stück schnell zum Prüfstein eines jeden Organisten macht, der seine vollkommene Unabhängigkeit von Händen und Füßen unter Beweis stellen muss. Beweisen musste Simon Jannik Holzwarth dies nicht mehr, gilt er doch längst als einer der sich intensiv mit dem Werk Bachs auseinandergesetzt hat. Seine Interpretation der Triosonate unterstrich seinen Rang als ausgesprochen kenntnisreicher und subtiler Bach-Interpret.

Mozarts ursprünglich für eine Orgelwalze komponierte "Fantasie f-Moll KV 608", gilt als kein leicht verdauliches Stück, in dem nach dem Vorbild einer französischen Ouvertüre ein langsamer, mit Trauergesten ausgestatteter langsamer Abschnitt mit fugierten Teilen alterniert. Hier begeisterte der Organist mit aufgeladenem Spiel und subtiler Registerfärbung, insbesondere im Mittelabschnitt.

Charles-Marie Widors "5. Orgelsinfonie in f-Moll, op. 42 Nr. 1" variierte in f-moll mit der Tempoangabe Allegro vivace ein Thema von marschartigem Rhythmus, um nach Steigerung und Intensivierung, schließlich ein grandioses Fortissimo zu erreichen, das in vollen Akkorden in F-Dur endete.

Quelle: RP
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