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Kevelaer
Fahrgäste trotz Kritik zufrieden

Dreckige und kaputte Bahnhöfe in der Region
Dreckige und kaputte Bahnhöfe in der Region FOTO: Dr.-Ing. Heinrich Theissen
Kevelaer. Die Profi-Tester des VRR bewerten den Kevelaerer Bahnhof schlechter als die Anlagen in der Nachbarschaft. Sie bemängeln im Stationsbericht die Sauberkeit. Die Stadt kann das nicht nachvollziehen. Von Sebastian Latzel

Dass der Bahnhof nicht gerade einladend wirkt, liegt momentan am Wetter. Es ist grau, regnerisch. Da zieht es keinen, der nicht unbedingt muss, auf den Bahnsteig in Kevelaer. Der freilich wirkt auf den ersten Blick sauber, nur am Rand liegt etwas nasses Papier, daneben eine weggeworfener Pappbecher. Viel zu meckern gibt es bei der Stippvisite vor Ort nicht.

"Der Bahnhof hat Charme", meint Tristan Zwartjes, der regelmäßig von hier nach Kleve fährt. FOTO: Thomas Binn

Das sieht auch Tristan Zwartjes so. Der 16-Jährige kommt zwar aus Kleve, benutzt den Kevelaerer Bahnhof allerdings häufig, da seine Freundin in der Marienstadt wohnt. Er lobt den Bahnhof und findet sowohl das Gebäude, als auch die restliche Anlage sehr ansehnlich. "Der Kevelaerer Bahnhof hat einen ganz besonderen Charme, und man kommt Dank der Unterstellmöglichkeiten immer trocken in den Zug", sagt er. Auch an der Sauberkeit hat er nichts auszusetzen.

Das sehen Profi-Tester offenbar anders. Im aktuellen Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) schneidet Kevelaer im Vergleich zu den Nachbarbahnhöfen schlechter ab. Das Gesamturteil ist zwar positiv, kritisiert wird aber gerade der Punkt "Sauberkeit". Hier wird Kevelaer mit "gelb" benotet, was "noch akzeptabel" bedeutet.

Eine Einschätzung, die auch die Stadt wundert. "Beschwerden über Abfall am Bahnhof hören wir hier eigentlich gar nicht. Auch mein Eindruck ist, dass es da nicht übermäßig verunreinigt ist", sagt Heiner Schraml von der Stadt Kevelaer. Der Kommune gehört das Bahnhofsgebäude. Der Bauhof reinige regelmäßig das Gelände und das Umfeld. Mit der Bahn gibt es einen Vertrag, dass das Unternehmen sich um die Fußgängerbrücke kümmert. Die Bahn sorgt dafür, dass dort im Winter gestreut ist und die Fahrgäste den anderen Bahnsteig erreichen können. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich an der Einschätzung der Tester zu Kevelaer nichts geändert.

Der Stationsbericht 2015 stützt sich - wie auch in den Vorjahren - auf die viermal jährlich stattfindenden Bewertungen der Bahnhöfe und Haltepunkte durch die "VRR-Profitester". Die Gesamtbewertung einer Station wird dabei in eine detaillierte Bewertung der Zugangs- und Bahnsteigbereiche unterteilt. Mit Blick auf das Erscheinungsbild erhielten 133 Stationen die Bewertung "akzeptabel", 110 Stationen wurden mit "noch akzeptabel" bewertet, in 53 Fällen vergaben die Tester das Urteil "nicht akzeptabel".

Die Fahrgäste beurteilen ihre Zufriedenheit mit typischen Leistungsmerkmalen einer Linie oder mit dem Zustand von Bahnhöfen auf der Basis einer Schulnoten-Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 6 (sehr unzufrieden). Bestandteil der Befragungen sind Qualitätsstandards wie "Fahrgastinformation an den Stationen im Störungsfall" oder "Zustand der Stationen".

Erstmals kümmerte sich der VRR im Stationsbericht auch um so genannte Angsträume auf dem Bahnhof. "Es ging darum, wie gut solche Bereiche ausgeleuchtet sind", erläutert Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR. Kevelaer und Weeze tauchen in dieser Übersicht gar nicht auf. Für den VRR ein gutes Zeichen. "Untersucht wurden nämlich nur die Anlagen, die Unterführungen haben und Zugänge, die nicht gut einzusehen sind." Beides ist hier nicht der Fall.

Quelle: RP
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