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Kevelaer
Feldtage: Zurück in die gute, alte Zeit

Kevelaer. Oldtimertrecker und historische Gerätschaften aus der Landwirtschaft zogen viele Besucher an. Aus der ganzen Umgebung kamen viele Besucher, um zu erleben, wie Feldarbeit früher aussah. Von Manfred Kotters

Kinderarbeit ist verboten - eigentlich! Doch wenn man gesehen hat, mit welcher Begeisterung die Kleinen mit vollem Körpereinsatz die Möhren aus der Erde zerrten und die gefüllten Körbe vom Feld trugen, dann wusste man: das ist keine Arbeit - das macht einfach nur Spaß; so ist das heute. Doch früher, als auf dem Bauernhof jeder mit anpacken musste, um die schwere Feldarbeit geschafft zu bekommen, haben es die Kinder naturgemäß völlig anders gesehen. Solche Gedanken kamen sicherlich bei vielen der zahlreichen Besucher auf, als am Wochenende die Treckerfreunde Hommersum-Kessel bei den Historischen Feldtagen auf dem Bioland-Hof von Franz-Theo Lintzen die "gute, alte Zeit" wieder aufleben ließen. Auch aus den Nachbarkommunen wie Weeze waren viele gekommen.

Oldtimer-Trecker und antike Geräte standen dort in Reih' und Glied; die unübersehbaren Gebrauchsspuren zeugten vom jahrzehntelangen Einsatz auf dem Feld. Auch jetzt als Museumsstücke hatten sie immer noch kein ruhiges Rentnerdasein. Sie wurden hinter ebenso alte Trecker gespannt und erledigten routiniert ihre gewohnten Arbeiten: Getreide mähen, Mais häckseln oder Kartoffeln roden. Die so durch einen Schwingsieb- oder auch Schleuderroder aus der Erde geborgenen Erdäpfel wurden natürlich umgehend zur willkommenen Beute der Kinderschar, die den Schweiß von der erledigten Möhrenernte schon längst wieder vergessen hatte.

Mitorganisator Konrad Franken bemerkte zu dem Format der Früchte: "Nach der Größe der Kartoffeln müssen wir ja kluge Bauern sein!" Ein Teil der Kartoffeln wurde wie in ganz alten Zeiten in einem urigen Gusstopf über einem Lagerfeuer gekocht - etwas für Kartoffel-Gourmets. Die lodernde Flamme erinnerte an lange vergangene Tage, als auf den Feldern in der Glut der Kartoffelfeuer die Knollen garten: außen kohlig, innen köstlich!

So mancher Besucher nutzte die Gunst der Stunde und verpackte das gelbe (oder auch rote) Gold der Erde in Papiertüten, um es - frischer geht's ja nicht - gegen einen Obolus mitzunehmen.

Die Möglichkeit, ein Jahr lang frisches Biogemüse selbst zu ernten, bietet die Gruppe "Ackerhelden" ("http://www.ackerhelden.de"). Deren voll bestückte Miet-Biogärten waren ein wesentlicher Teil der Fläche der Historischen Feldtage, um den radikalen Wandel im Laufe der Zeiten zu zeigen: war früher der Garten notwendigerweise eine wichtige Nahrungsquelle, ist er dagegen heute nur noch eine immer beliebter werdende Freizeitbeschäftigung. Denn dort findet man nicht industriell verändertes Gemüse, den Ausgleich zur Arbeit im Büro und einen idealen Weg, seinen Kindern die Natur näher zu bringen. Alles das, worüber früher kaum einer nachgedacht hat. Doch dafür hatte man fürwahr andere Probleme.

Quelle: RP
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