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Kevelaer
Felix Genn schließt die Pilgerpforte

Kevelaer: Felix Genn schließt die Pilgerpforte
Bischof Felix Genn (l.) und Pastor Rolf Lohmann nach dem Pontifikalamt in der Marienbasilika: Viele Gläubige hatten sich vor der Kirche versammelt, um bei der Schließung der Pilgerpforte dabei zu sein. FOTO: Seybert
Kevelaer. Mit der traditionellen Zeremonie beendet der Bischof von Münster das Kevelaerer Wallfahrtsjahr. Appell an die Gläubigen: Mit der Barmherzigkeit muss es weitergehen. Das Motto der Wallfahrt 2017 lautet "Mit Maria". Von Anne Klatt

Für viele Kevelaerer und Pilger ist die traditionelle Schließung der Pilgerpforte an Allerheiligen ein besonders wichtiger Tag im Jahr. Viele Gläubige strömten auch am Dienstag in die Marienbasilika, um diesem feierlichen Akt beizuwohnen.

Zuvor fand ein Pontifikalamt statt, zu dem die Gemeinde neben Pastor Rolf Lohmann auch von Bischof Felix Genn aus Münster mit herzlichen Worten begrüßt wurde. Lohmann erzählte, Genn habe ihm kurz zuvor verraten, dass er sich "schon wie zuhause fühle". Warme Worte, die freudig von den Kevelaerern aufgenommen wurden. In der Messe riefen die Würdenträger mehrmals dazu auf, auch nach dem Ende der Wallfahrt innere Türen nicht zu verschließen, sondern diese offen zu halten für Taten der Barmherzigkeit. Die Messe, die vom Chor und Orchester unter der Leitung von Romano Giefer begleitet wurde, war auch von zuhause live via TV, Radio und Internetstream verfolgbar.

Nach der Messe versammelte sich die Gemeinde auf dem Vorplatz der Basilika, wo sich bereits einige Menschen eingefunden hatten, um gemeinsam die symbolische Schließung der Pilgerpforte mitzuerleben. Sie wurde von Bischof Felix Genn vorgenommen.

Nach der Zeremonie folgte die Predigt und die Erteilung des Päpstlichen Segens im Forum Pax Christi, wo Domkapitular Lohmann erneut das Wort an seine Gemeinde und Gäste richtete. Er begrüßte neben den Rittern des Heiligen Grabes in Jerusalem vor allem die einzelnen Pilgergruppen, etwa aus Den Haag, die im Laufe des Jahres zu Gast in Kevelaer waren und deswegen auch zu diesem Fest in die Stadt zurückkehrten. Nicht ohne Stolz blickte Lohmann auf das vergangene Wallfahrtsjahr zurück, das "Jahr der Barmherzigkeit, in dem viele Gruppen hier ihren Glauben verstärken und vertiefen konnten". Schließlich lobte er auch die Jugendlichen, die Kevelaer in Rom beim Besuch des Papstes repräsentiert haben. Bei allem Lob mahnte er jedoch mit Hinblick auf die Geschehnisse in der Welt seine Glaubensgemeinschaft: "Mit der Barmherzigkeit muss es weitergehen."

Eine besondere Ansprache fand Bischof Genn in seiner kurzen, aber sehr eindrücklichen Predigt. Nachdem auch er Worte des Dankes und des Lobes für alle Beteiligten der Wallfahrtsorganisation mitteilen konnte, stellte Genn seinen Leitsatz auf. "Es geht. Und damit meine ich nicht die Antwort auf die alltägliche Frage, wie es einem geht." Vielmehr spielte Genn damit auf die Tausende Männer und Frauen an, die dieses Jahr mit ihrer Pilgerreise nach Kevelaer gezeigt haben: "Glauben geht! Glauben ist möglich! Getragen werden von einem tiefen Glauben, dass das mit Gott stimmt." Weiter zeigte er auf, dass in diesem Leitsatz ebenso steckt, dass es geht, zu hoffen. "Hoffnung zeigt sich auch darin, das Leben nicht nur in einer Beschränkung bis zum Tod zu sehen, und sich dadurch großen Druck aufzubürden. Was erwartet uns? Ein Leben von 70, 80, vielleicht 90 Jahren plus unendlich - was für eine Perspektive", so seine Erklärung. Genn wünschte seinen Zuhörern und allen Gläubigen, dass dieser Glaube die Menschen weltweit erreicht. Zum diesjährigen Thema der Barmherzigkeit verdeutlichte der Bischof: "Wer vergeben kann, eröffnet dem anderen eine Zukunft. Wer nicht vergeben kann, lässt den anderen stehen, wo er ist, und gibt ihm keine Chance."

Auf seine in verschiedener Weise auffordernden Schlussworte "Gehen wir" erhielt er zustimmenden Beifall. Die letzte Pilgerandacht der Wallfahrtszeit fand um 15 Uhr statt. Und die Vorbereitungen für das kommende Wallfahrtsjahr laufen schon auf Hochtouren. Das Motto 2017 lautet "Mit Maria".

Quelle: RP
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