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Kevelaer
Feuerwehr feiert den 112. Geburtstag

Kevelaer: Feuerwehr feiert den 112. Geburtstag
Selbst ist der Feuerwehrmann. Die jungen Besucher durften sich bei der Feier zum 112. Geburtstag des Twistedener Löschzuges im Feuerlöschen üben. Damit nicht genug: Die Kameraden hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet. FOTO: seyb
Kevelaer. Beim Löschzug Twisteden ging es um die "112". Beim Tag der offenen Tür rund ums Gerätehaus auf dem Maasweg gab es spektakuläre Vorführungen und viel Information. Die Kameraden stellten ihr Ehrenamt mit Einsatz und Herzblut vor. Von Bianca Mokwa

Der Junge ist sichtlich aufgeregt. "Darf man die auch anfassen, die Feuerwehr?", will er von seinem Vater wissen. "Und die Schläuche auch?" Der nickt. Beide sind unterwegs zum Tag der offenen Tür der Feuerwehr Twisteden.

Die hat das Motto am Samstag wörtlich genommen. Die Tore des Gerätehauses sind weit geöffnet, die Cafeteria ist darin untergebracht. Auch das Einsatzfahrzeug steht mit geöffneten Türen da. "Keine Scheu, fragen Sie", fordert Löschzugführer Matthias Kaenders die zahlreichen Besucher auf. Denn der Tag der offenen Tür anlässlich des 112. Geburtstags der Twistedener Feuerwehr, der sollte ein Tag für die Ortschaft und die Gäste sein. Auf Festumzüge wurde bewusst verzichtet, stattdessen schlüpfen die Kameraden immer wieder in ihre Einsatzkleidung und zeigen, was ihr Ehrenamt ausmacht.

37 Leute sind im Löschzug Twisteden, ein Jugendlicher aus Twisteden ist bei der Jugendfeuerwehr Kevelaer. "Gerne dürften es mehr werden", sagt Kaenders. Nur sei das bei dem reichhaltigen Angebot an Freizeitaktivitäten schwierig. "Aber wenn man einmal Feuerwehrluft geschnuppert hat, geht man auch nirgendwo anders mehr hin", sagt er aus eigener Erfahrung und begrüßt einige ankommende Gäste mit einem herzlichen "Schön, dass ihr den Weg hierher gefunden habt." Dann ist er weg und taucht neben einem umgekippten Fahrzeug wieder auf. Eine technische Hilfeleistung wird simuliert. Das Szenario wirkt dadurch sehr echt, dass Kaenders in die Rolle des Unfallbeteiligten schlüpft, dem zwar nichts passiert ist, der aber den Notruf absetzt. "Die 112 wählen, nicht umsonst feiern wir heute dieses Jubiläum in Twisteden", gibt er eine Gedankenstütze. Über die Lautsprecher sind Frage und Antworten der Leitstelle zu hören. "Bleiben Sie ruhig, Herr Kaenders, und empfangen Sie die Rettungskräfte", heißt es am Ende des Gesprächs. In der gleichen Sekunde gehen im Publikum die Funkmeldeempfänger der Feuerwehrmänner in der Menge. Die rennen zum Gerätehaus. Während Kaenders den Zuschauern erklärt, wie sinnvoll eine Rettungskarte ist, auf der die Anzahl der Airbags und verstärkende Holme am Fahrzeug eingetragen werden (wichtige technische Daten, die für die Rettungskräfte bei der Bergung aus einem Fahrzeug gut zu wissen sind), ertönt schon das Martinshorn. Feuerwehr und Rettungswagen treffen ein. "Mit der roten Weste, das ist der Gruppenführer", erklärt Kaenders. 1000 und mehr Handgriffe sind nötig. Ziel ist die schonende Rettung von Menschen. Ob bei der Annäherung an den Fahrer, der im Auto eingeklemmt ist, beim Heraussägen der Frontscheibe oder beim Ansetzen der Schere, die mit lautem Krachen das Fahrzeugdach öffnet: Alle Helfer strahlen Ruhe und Ernsthaftigkeit aus. Nach 25 Minuten ist alles fachmännisch erledigt. Applaus brandet auf.

Kaenders und seine Kollegen werden an diesem Tag auch nicht müde werden, auf Rauchmelder hinzuweisen. "400 Brandtote gibt es noch jedes Jahr in Deutschland. Das sind 400 zu viel", sagt der Löschzugführe.

Hut ab vor so einem Geburtstag, bei dem die Akteure sich für andere einsetzen, obwohl sie ein Durchatmen bitter nötig hätten. "Unsere Frauen, Partnerinnen und Kinder mussten einige Tage auf uns verzichten", gibt der Löschzugführer zu. Das Unwetter der vergangenen Tage forderte Einsätze in Twisteden und Mithilfe in Uedem, auch nachts.

An jedem ersten und dritten Dienstag ab 19.30 Uhr ist Übungsabend der Wehr Twisteden am Gerätehaus. Vorbeischauen ist erlaubt.

Quelle: RP
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