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Kevelaer
Flächenpool ohne Kevelaer?

Kevelaer. Der Kreistag wird am Donnerstag über den virtuellen Gewerbeflächenpool beraten. Noch ist unklar, ob der Kevelaerer Rat dem Projekt zustimmen wird. Einen Plan B im Falle der Ablehnung gibt es beim Kreis noch nicht. Von Stefan Gilsbach

Fast liest sich die Vorlage, als sei alles in trockenen Tüchern: Es wird empfohlen, dass der Kreis Kleve sich "dem öffentlich-rechtlichen landesplanerischen Vertrag" für den virtuellen Gewerbeflächenpool anschließt. Darüber berät der Kreistag am Donnerstag, 11. März.

Der Gewerbeflächenpool soll die Ansiedlung von Firmen im Kreis Kleve erleichtern. Der Kreis hat vergleichsweise wenig Gewerbe. Firmen sollen nun mit kurzen Planungsverfahren und großer Flexibilität gelockt werden.

Frostige Reaktion im Rat

In vier Kommunen müssen die Räte dem Projekt noch zustimmen: Kleve, Bedburg-Hau, Straelen und Kevelaer. Sollten sie die Vorlage absegnen, könnte der Vertrag für den Pool im Sommer vorliegen. Doch Kevelaer könnte der erste Kandidat sein, der sich sperrt. Bei der ersten Vorstellung des Flächenpools durch Vertreter der Bezirksregierung war eine frostige Brise im Ratssaal zu spüren.

Bis auf die FDP mochte sich keine Fraktion für das Konzept begeistern. Andere Kommunen, nicht Kevelaer, würden am Ende profitieren, so die überwiegende Meinung. Die CDU-Fraktion veröffentlichte einige Tage später eine Resolution, in der sie nachdrücklich auf Entwicklung des Gewerbegebiets Kervenheim an der A 57 drängt. Das hat die Bezirksregierung bislang stets abgelehnt, weil die Ortschaft kein Siedlungsschwerpunkt sei.

Der Rat in Weeze hat den Gewerbeflächenpool bereits vor der Kommunalwahl durchgewunken – und zwar einstimmig. Bürgermeister Ulrich Francken lobt das Projekt: "Das ist eine Riesenchance für den Kreis." Die Bedenken der Kevelaerer Politik kann er nicht teilen. "Der Flächentopf wird ja beständig nachgefüllt." Die Sorge, eine Kommune könne den Schwarzen Peter bekommen, sei unbegründet. Weeze selbst würde vorerst zehn Hektar einbringen. Laut Francken wären dies Flächen im Bereich von "Haus Kösters, an der Umgehungsstraße".

Beim Kreis ist man zuversichtlich. "Wir gehen davon aus, dass es eine Gesamtlösung gibt", sagt der zuständige Fachsachbereichsleiter Hermann Reynders. "Es gibt keinen Plan B." Der Kreis moderiere freilich nur, habe nicht das Heft in der Hand. Doch was, wenn Kevelaers Rat sich dem Gewerbeflächenpool verweigert? "Dann werden sich die Bürgermeister noch einmal zusammensetzen", meint Reynders. Es werde darüber zu reden sein, ob der Pool auch funktionieren könne, wenn sich Kommunen verweigern.

Quelle: RP
 
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